Skip to content
Menu

Datenbank Urteile & Beiträge
Rechtsanwälte Kotz GbR

Nach Arbeitsende: Lohnkürzung ohne Vereinbarung scheitert

Ganzen Artikel lesen auf: Arbeitsrechtsiegen.de
Die letzte Gehaltsabrechnung für die Leitung eines Pflegedienstes: Statt des vollen Lohns findet sie Abzüge für Zulagen, Schulungskosten und die Dienstwagenpauschale – mehrere hundert Euro weniger, ohne dass es dafür eine vertragliche Grundlage gäbe. Darf der Arbeitgeber nach dem Ausscheiden einfach so das Gehalt schmälern?
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 6 SLa 497/25

Das Wichtigste im Überblick

Das Gericht gibt der Klägerin weitgehend recht und verurteilt die Beklagte zur Zahlung.
  • Es spricht Pflegeprämien, Restlohn und zwei unberechtigte Abzüge zu.
  • Die Pflegeprämie steht im Vertrag; zusätzliche Pflegetätigkeit verlangt er nicht.
  • Die Beklagte nennt für Schulungskosten keine belastbare Rückzahlungsvereinbarung.
  • Die Berufung durfte den Antrag ändern; die Klage blieb zulässig.

  • Gericht: LAG Köln
  • Datum: 26.02.2026
  • Aktenzeichen: 6 SLa 497/25
  • Verfahren: Berufung
  • Rechtsbereiche: Arbeitsrecht, Lohnansprüche, Vertragsauslegung
  • Relevant für: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Personalabteilungen

Wann entstehen Lohnansprüche nach Arbeitsende?

Der Anspruch auf eine Vergütung für geleistete Arbeit ergibt sich grundlegend aus § 611a Abs. 2 BGB in Verbindung mit dem jeweiligen Arbeitsvertrag. Das bedeutet konkret: Diese Vorschrift ist die zentrale gesetzliche Grundlage für jeden Arbeitsvertrag und verpflichtet den Arbeitgeber zur Zahlung des vereinbarten Lohns. Sofern eine vertragliche Grundvergütung vereinbart ist, muss diese zwingend bis zum rechtlichen Ende des Arbeitsverhältnisses in voller Höhe geleistet werden. Möchte der Arbeitgeber das monatliche Gehalt kürzen, reicht ein bloßer Einbehalt nicht aus; es müssen handfeste, rechtlich tragfähige Gründe dargelegt werden.

Wie bedeutsam diese Grundregel in der Praxis ist, erlebte eine ehemalige Pflegedienstleitung vor dem Landesarbeitsgericht Köln. Das Arbeitsverhältnis der Frau bestand offiziell bis zum 31. Oktober 2024, wobei ihr unstrittig ein monatliches Bruttogehalt von 4.398,42 Euro zustand. Für diesen letzten Arbeitsmonat überwies der Arbeitgeber jedoch völlig kommentarlos lediglich 1.500,00 Euro. Da die Firma in dem Verfahren keine validen Gründe für diese drastische Kürzung liefern konnte, verurteilte das Gericht den Arbeitgeber in seinem Urteil (Az. 6 SLa 497/25) zur Nachzahlung der offenen Differenz von 2.898,32 Euro brutto an die ehemalige Angestellte.

Vergleichen Sie Ihre letzte Gehaltsabrechnung mit Ihrem vertraglich vereinbarten Bruttogehalt. Hat Ihr Arbeitgeber ohne schriftliche Begründung weniger überwiesen, fordern Sie die offene Differenz nachweisbar und unter konkreter Fristsetzung ein. Dieses Urteil zeigt: Gerichte verlangen vom Arbeitgeber handfeste Gründe für jeden Abzug – pauschale Kürzungen ohne Erklärung müssen Sie nicht hinnehmen.

Können wir Ihnen helfen? Kontaktieren Sie uns!

Stellen Sie hier Ihre Anfrage oder rufen Sie uns an: 02732 791079

ANFRAGE FORMULAR (V1)

Art der Anfrage

Bitte wählen Sie zunächst die Art Ihrer Anfrage, damit wir Ihnen so schnell und kompetent wie möglich weiterhelfen können.
(*) Bitte beachten, dass eine Beratung und eine qualifizierte Rechtsauskunft leider nur kostenpflichtig erfolgen kann. Wir informieren Sie vorab über anfallende Kosten, selbstverständlich können Sie das Angebot vor einer Beratung kostenfrei zurückweisen.
Wird gesendet

Ebenfalls interessante Urteile und Beiträge