Zum vorliegenden Urteilstext springen: 14 K 12353/25
Das Wichtigste im Überblick
VG Düsseldorf weist Klage gegen MPU-Anordnung ab; Rechtsschutz folgt erst bei späterer Fahrerlaubnisentscheidung.
- Das Gericht lässt die MPU-Anordnung nicht selbstständig angreifen.
- Sie ist nur eine vorbereitende Verfahrenshandlung, kein eigener Bescheid.
- Der Kläger kann später gegen die Fahrerlaubnisentscheidung vorgehen.
- Kostenerstattung lehnt das Gericht ab; dafür ist das Landgericht zuständig.
- Gericht: VG Düsseldorf
- Datum: 12.05.2026
- Aktenzeichen: 14 K 12353/25
- Verfahren: Klage gegen MPU-Anordnung und Kostenersatz
- Rechtsbereiche: Fahrerlaubnisrecht, Verwaltungsprozessrecht, Amtshaftungsrecht
- Streitwert: 5.000 Euro
- Relevant für: Fahrerlaubnisinhaber, Behörden, Anwälte bei MPU und Neuerteilung
Kann man eine MPU-Anordnung anfechten?
Nach den Vorschriften der Verwaltungsgerichtsordnung (§ 44a VwGO) sind Rechtsbehelfe gegen behördliche Verfahrenshandlungen meistens nicht selbstständig zulässig. Das bedeutet konkret: Eine bloße Verfahrenshandlung – also ein vorbereitender Schritt der Behörde wie die Aufforderung, ein Gutachten vorzulegen – ist rechtlich etwas fundamentally anderes als ein Verwaltungsakt. Ein Verwaltungsakt ist eine officielle Entscheidung, die unmittelbar Rechte betrifft, etwa der Entzug des Führerscheins. Nur gegen einen solchen Verwaltungsakt kann man sich direkt und eigenständig vor Gericht wehren. Eine behördliche Anordnung zur Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens stellt rechtlich gesehen eine reine Vorbereitungshandlung zur Sachaufklärung dar und entfaltet keinen eigenen Verwaltungsaktcharakter. Wer sich rechtlich gegen die Überprüfung zur Wehr setzen möchte, kann dies in der Regel erst zusammen mit der rechtsmittelfähigen Entscheidung über die eigentliche Hauptsache tun.
Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens. Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. – so das Verwaltungsgericht Düsseldorf
Wer eine MPU-Anordnung erhält, sollte deshalb nicht sofort Klage einreichen – das Verwaltungsgericht wird diese als unzulässig abweisen. Nutzen Sie die Zeit bis zum endgültigen Bescheid stattdessen, um Ihre Erfolgsaussichten zu prüfen: Lassen Sie sich von einem Verkehrsrechtsanwalt beraten, welche Einwände gegen die MPU-Anordnung später im Hauptsacheverfahren vorgebracht werden können, und sammeln Sie Belege für Ihre Fahreignung.
Die Strenge dieser prozessualen Hürde verdeutlicht ein Fall vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf (Az. 14 K 12353/25), bei dem die Klage eines ehemaligen Fahranfängers gegen die Fahrerlaubnisbehörde vollständig abgewiesen wurde. Der Mann besaß seit Mai 2020 eine Fahrerlaubnis auf Probe und war in der Folgezeit erheblich im Straßenverkehr aufgefallen….