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Rechtsanwälte Kotz GbR

Fahrerlaubnisentzug trotz Unfallfreiheit: instabile Stoffwechsellage zählt

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27 Jahre unfallfrei unterwegs. Die Diagnose Diabetes bleibt stumm – bis ein medizinisches Gutachten die instabile Stoffwechsellage dokumentiert. Plötzlich entscheidet der Zuckerwert über den Job des Montagearbeiters, der nach einer Beinamputation ohnehin um seine Mobilität kämpft.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: Au 7 S 25.3401

Das Wichtigste im Überblick

Das Gericht stoppt die Klage: Die Fahrerlaubnis bleibt wegen ungeklärter Diabetes-Eignung weg.
  • Das Gericht lehnt den Eilantrag gegen den Führerscheinentzug ab.
  • Der Diabetes galt noch nicht als sicher neu eingestellt.
  • Alte Blutwerte und Hausarztberichte ändern daran nichts.
  • Ohne Fahreignung zählt das öffentliche Sicherheitsinteresse stärker.

  • Gericht: VG Augsburg
  • Datum: 05.03.2026
  • Aktenzeichen: Au 7 S 25.3401
  • Verfahren: Eilverfahren gegen Fahrerlaubnisentzug
  • Rechtsbereiche: Verkehrsrecht, Verwaltungsrecht, Fahrerlaubnisrecht
  • Streitwert: 8.750,– EUR
  • Relevant für: Fahrerlaubnisinhaber, Behörden, Verkehrsteilnehmer

Wann droht der Entzug der Fahrerlaubnis bei Diabetes?

Die Fahrerlaubnisbehörde muss die Fahrerlaubnis zwingend entziehen, wenn sich der Inhaber als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist. Dieser Grundsatz ist in § 3 Abs. 1 Satz 1 StVG und § 46 Abs. 1 Satz 1 FeV verankert. Bestimmte Erkrankungen, die in der Anlage 4 zur FeV aufgelistet sind, gelten dabei als Regelbeispiele für eine fehlende Eignung. Bei der Diagnose Diabetes mellitus fordern die medizinischen Leitlinien sowie Nummer 5.2 der Anlage 4 zur FeV zwingend eine stabile Stoffwechsellage sowie eine erfolgreich abgeschlossene medikamentöse Neueinstellung.

Wer an Diabetes leidet und die medikamentöse Einstellung noch nicht abgeschlossen hat, riskiert ein sofortiges Fahrverbot. Informieren Sie Ihren behandelnden Facharzt gezielt über die fahreignungsrechtlichen Anforderungen der Anlage 4 FeV – nur eine nachweisbar stabile und dauerhaft eingestellte Stoffwechsellage schützt vor dem Entzug.

Nach der Amputation seines linken Unterschenkels verlor ein an Diabetes erkrankter Montagearbeiter seinen Führerschein – und das Verwaltungsgericht Augsburg wies seinen Eilantrag auf Rückgabe am 5. März 2026 ab (Az. Au 7 S 25.3401). Ein Eilantrag ist ein gerichtliches Schnellverfahren, bei dem das Gericht nur eine vorläufige Entscheidung trifft, ohne eine vollständige Beweisaufnahme wie in einem regulären Hauptsacheverfahren durchzuführen. Der 1969 geborene Mann litt neben der Beinamputation an Bluthochdruck und einem insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ 2. Ein von der Behörde gefordertes medizinisches Gutachten einer TÜV-Prüfstelle deckte auf, dass dem Mann eine ausreichende Behandlungsbereitschaft fehle und die notwendige medikamentöse Neueinstellung seiner Krankheit noch nicht abgeschlossen sei. Daraufhin entzog das Landratsamt dem Autofahrer mit einem Bescheid vom 21. November 2025 die Fahrerlaubnis vollständig und sofortig.

Die Behörde bewertet nicht nur Ihre medizinischen Werte, sondern auch Ihre aktive Mitarbeit an der Behandlung. Wer Arzttermine versäumt, Therapieempfehlungen ignoriert oder Behandlungspläne nicht nachweisbar befolgt, liefert der Führerscheinstelle den entscheidenden Grund für den sofortigen Entzug….


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