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Prozesskostenhilfe bei Bestattungskosten: Wann Aussicht auf Erfolg besteht

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Sein Vater wurde eingeäschert und beigesetzt. Die Gemeinde verlangt die Bestattungskosten in voller Höhe. Doch während die Einäscherung korrekt abgerechnet wurde, erfolgte die Urnenbeisetzung ohne fristgerechten Bescheid – die gesetzliche Monatsfrist war überschritten. Ob der Sohn dafür Prozesskostenhilfe bekommt, musste das Verwaltungsgericht Lüneburg entscheiden.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 2 A 51/23

Das Wichtigste im Überblick

Kinder zahlen für die Einäscherung des Vaters trotz Kontaktabbruch, aber nicht für eine voreilige Urnenbeisetzung.
  • Söhne müssen Einäscherungskosten tragen, auch wenn sie die Erbschaft ausgeschlagen haben.
  • Fehlender Kontakt oder nicht gezahlter Unterhalt befreien nicht von der gesetzlichen Bestattungspflicht.
  • Gemeinden dürfen Angehörige erst bei Urnenbestattung belasten, wenn sie die Monatsfrist abwarten.
  • Die Behörde muss vor der Urnenbeisetzung gründlich versuchen, den aktuellen Wohnort zu ermitteln.

  • Gericht: VG Lüneburg
  • Datum: 27.11.2025
  • Aktenzeichen: 2 A 51/23
  • Verfahren: Beschluss über Prozesskostenhilfe
  • Rechtsbereiche: Bestattungsrecht, Verwaltungsrecht
  • Relevant für: Angehörige, Hinterbliebene, Kommunalverwaltungen

Wann das Gericht Prozesskostenhilfe für Bestattungskosten bewilligt

Wer die finanziellen Mittel für ein gerichtliches Verfahren nicht selbst aufbringen kann, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf staatliche Unterstützung nach den Maßstäben der Zivilprozessordnung und der Verwaltungsgerichtsordnung. Diese beiden Regelwerke legen fest, wie Verfahren vor Zivil- oder Verwaltungsgerichten ablaufen und wann der Staat finanziell einspringt. Die wichtigste Bedingung für eine Bewilligung ist eine hinreichende Erfolgsaussicht der beabsichtigten Rechtsverfolgung. Ein späterer Prozesserfolg muss dabei noch nicht absolut gewiss sein. Zudem dürfen schwierige oder bislang ungeklärte Rechtsfragen nicht bereits im Vorfeld im Rahmen des Verfahrens zur Prozesskostenhilfe abschließend entschieden werden.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg wandte diese Grundsätze in einem Beschluss vom 27. November 2025 (Az. 2 A 51/23) auf einen Streit um die Beerdigungskosten eines Vaters an. Ein Sohn wehrte sich gegen einen Leistungsbescheid einer Gemeinde, die insgesamt 3.389,84 Euro für die Bestattung in Rechnung stellte. Das Gericht bewilligte die staatliche Unterstützung nur teilweise, nämlich ausschließlich für den Teil der Klage, der sich gegen die Kosten der Urnenbeisetzung richtete. Für den juristischen Angriff gegen die Einäscherungskosten lehnte die Kammer den Antrag hingegen ab.

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