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Verjährung von Kaufpreisansprüchen: Wann Forderungen nicht mehr durchsetzbar sind

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Zehn Jahre kein Wort zum Kaufpreis. Erinnerungslücken, eine fehlende Abrechnung und der Vorwurf der Täuschung – dann doch die Klage. Aber kann man nach einem Jahrzehnt des Schweigens noch Geld für vier Wände verlangen, über die man widersprüchlich lange geschwiegen hat?
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 19 U 3262/25

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Oberlandesgericht München
  • Datum: 27.04.2026
  • Aktenzeichen: 19 U 3262/25
  • Verfahren: Berufung zurückgewiesen
  • Rechtsbereiche: Kaufvertrag, Gesellschaftsrecht, Verjährung
  • Streitwert: 333.300 €
  • Relevant für: Käufer, Verkäufer, GbR-Gesellschafter

Das Gericht weist die Berufung ab, weil die Kaufpreis- und Prüfungsansprüche verjährt sind.
  • Der Vertrag sah zuerst Verrechnung mit GbR-Verbindlichkeiten vor.
  • Ansprüche entstanden schon am 30.09.2012 und verjährten Ende 2015.
  • Der Kläger bewies keine Hemmung, kein Anerkenntnis und keine wirksamen Verhandlungen.
  • Die E-Mail von 2014 rettete ihn nicht; sein Mahnbescheid kam zu spät.
  • Ein direkter Zahlungsanspruch konnte ergänzend bestehen, half hier aber nicht.

Wann verjährt der Kaufpreis für GbR-Anteile?

Ansprüche auf Zahlung unterliegen der regelmäßigen Verjährungsfrist gemäß § 195 Abs. 1 BGB. Diese Frist beginnt nach § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Auch das Recht, von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen, unterliegt nach § 194 Abs. 1 BGB der Verjährung. Ist diese Frist abgelaufen, berechtigt § 214 Abs. 1 BGB den Schuldner dazu, die geforderte Leistung dauerhaft zu verweigern.

Das Oberlandesgericht München wandte diese Fristen auf einen Kaufvertrag über einen GbR-Gesellschaftsanteil vom 29. August 2012 an. Eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) ist ein Zusammenschluss von Personen zu einem gemeinsamen Zweck, etwa einer Immobiliengemeinschaft. Ein Gesellschafter hatte seinen Drittelanteil für 330.000 Euro an einen Mitgesellschafter veräußert.

Fristbeginn: Warum 2012 das entscheidende Jahr war

Der Senat stellte in seinem Beschluss (Az. 19 U 3262/25) fest, dass die Kaufpreisforderung am 30. September 2012 fällig und damit entstanden war. Folglich begann die Verjährungsfrist mit Ablauf des 31. Dezember 2012 und endete regulär am 31. Dezember 2015. Damit bestätigte das Gericht die klageabweisende Entscheidung der Vorinstanz, des Landgerichts München I (Az. 24 O 6860/23), und wies die Berufung des Verkäufers vollständig zurück.

Berechnen Sie Ihre Frist sofort: Notieren Sie sich den 31. Dezember des Jahres, in dem Ihr Anspruch fällig wurde. Addieren Sie exakt drei Jahre. Dies ist Ihr Stichtag, an dem eine Klage oder ein Mahnbescheid spätestens bei Gericht eingegangen sein muss, um den Anspruch zu retten.

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