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Unterhaltsvorschuss bei Wohnsitz: Bleibt der Anspruch beim Umzug ins EU-Ausland?

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Regelmäßig fließt der Unterhaltsvorschuss für das Kind, doch nach dem Umzug der alleinerziehenden Mutter nach Ungarn bleibt das Konto plötzlich leer. Die Behörde besteht auf einem Wohnsitz in Deutschland – und ignoriert, dass die Mutter selbst eine deutsche Erwerbsminderungsrente bezieht.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 6 A 11483/25

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz
  • Datum: 17.03.2026
  • Aktenzeichen: 6 A 11483/25
  • Verfahren: Berufung
  • Rechtsbereiche: Unterhaltsvorschuss, Verwaltungsrecht, EU-Freizügigkeit
  • Streitwert: Nicht genannt
  • Revision zugelassen: Ja – Rechtsfrage noch nicht höchstrichterlich geklärt.
  • Relevant für: Eltern, Jugendämter, Behörden bei Unterhaltsvorschuss und Umzug ins Ausland

Das Gericht lässt Unterhaltsvorschuss auch nach Umzug nach Ungarn bestehen.
  • Der Umzug änderte nichts Wesentliches, weil der Anspruch nicht automatisch endet.
  • Das Wohnsitzerfordernis bremst die Freizügigkeit und bleibt hier unanwendbar.
  • Die Mutter war keine Arbeitnehmerin; ihre Erwerbsminderungsrente zählt nicht dafür.
  • Die Aufhebung der Zahlung war rechtswidrig und verletzte den Kläger.
  • Der Beklagte zahlt die Kosten beider Rechtszüge.

Warum Unterhaltsvorschuss auch bei Wohnsitz in Ungarn bleibt

Gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 des Unterhaltsvorschussgesetzes (UVG) besteht ein Anspruch auf staatliche Zahlungen grundsätzlich nur, wenn das Kind im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Das bedeutet konkret: Der gewöhnliche Aufenthalt ist der Ort, an dem sich eine Person dauerhaft und mit dem Schwerpunkt ihrer Lebensverhältnisse aufhält, nicht nur für einen kurzen Besuch. Die Leistung setzt zudem voraus, dass der Nachwuchs bei einem alleinerziehenden oder dauerhaft getrennt lebenden Elternteil wohnt. Nach rein nationalem Recht entfällt dieser Anspruch, wenn die Familie ins Ausland zieht und die inländischen Wohnsitzvoraussetzungen damit nicht mehr erfüllt sind.

Ob diese strenge Regelung auch im europäischen Kontext Bestand hat, musste das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz anhand der Geschichte eines im Jahr 2022 geborenen Jungen entscheiden. Der deutsche Staatsangehörige zog am 1. Juli 2024 gemeinsam mit seiner Mutter nach Ungarn. Daraufhin stellte die zuständige Behörde die bisherigen Zahlungen von zuletzt 230 Euro monatlich mit einem Bescheid vom 5. Juni 2024 zum Monatsende ein. Das Gericht hob diese Einstellung im Berufungsverfahren (Az. 6 A 11483/25) jedoch als rechtswidrig auf und gab dem Kind recht.

Lassen Sie sich nicht durch einen Umzug ins EU-Ausland entmutigen. Wenn die Behörde die Zahlung einstellt, sollten Sie sofort prüfen, ob Ihre Bindungen nach Deutschland für eine Weiterzahlung ausreichen, statt die Entscheidung einfach zu akzeptieren.

Redaktionelle Leitsätze

  1. Das in § 1 Abs. 1 Nr….

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