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Kostenbescheid nach Abschleppmaßnahme: Diese Kosten fallen bei Abbruch an

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Der Abschleppwagen hängt schon am Auto, der Fahrer stoppt die Maßnahme rechtzeitig. Die Rechnung über 286,85 Euro bleibt – inklusive Verwaltungsgebühr. Darf die Behörde auch für eine abgebrochene Abschleppung kassieren?
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 1 K 2002/25

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Verwaltungsgericht Leipzig
  • Datum: 27.03.2026
  • Aktenzeichen: 1 K 2002/25
  • Verfahren: Klage gegen Kostenbescheid nach Abschleppmaßnahme
  • Rechtsbereiche: Verwaltungsrecht, Verkehrsrecht, Kostenrecht
  • Streitwert: 284,70 Euro
  • Relevant für: Fahrzeughalter, Kommunen, Abschleppunternehmen

Das Gericht bestätigt die Abschleppkosten, weil das Halteverbot wirksam galt und der Kläger nachschauen musste.
  • WARUM: Das Schild galt wirksam. Ein Blick nach dem Parken reichte hier nicht.
  • WANN: Das gilt im ruhenden Verkehr, wenn ein rundes Verbotszeichen sichtbar ist.
  • KONSEQUENZ: Der Kläger zahlt 286,85 Euro und trägt die Prozesskosten.
  • AUSNAHME: Eine konkrete Behinderung anderer war nicht nötig.
  • PROZEDURAL: Die Berufung ließ das Gericht nicht zu.

Abgebrochenes Abschleppen: Wann bleibt die Kostenpflicht bestehen?

Grundlage für den Kostenersatz ist § 24 Abs. 1 und Abs. 3 Satz 1 SächsVwVG. Die Vollstreckungsbehörde kann eine vertretbare Handlung durch einen Dritten auf Kosten des Schuldners ausführen lassen, was juristisch als Ersatzvornahme bezeichnet wird. Eine vertretbare Handlung ist dabei eine Tätigkeit, die auch von einer anderen Person als dem eigentlichen Pflichtigen – hier also durch ein Abschleppunternehmen statt durch den Autofahrer – vorgenommen werden kann. Zu den erstattungsfähigen Kosten gehören insbesondere die Beträge, die ein Abschleppunternehmen der Behörde in Rechnung stellt. Voraussetzung für die Kostenerhebung ist stets die Rechtmäßigkeit der zugrunde liegenden Ersatzvornahme.

Das Verwaltungsgericht Leipzig prüfte die Rechtmäßigkeit eines solchen Bescheids über insgesamt 286,85 Euro (Az. 1 K 2002/25). Ein Autofahrer hatte am 19. Februar 2025 seinen Wagen auf einem öffentlichen Parkplatz an einem Supermarkt in Leipzig abgestellt. Da das Fahrzeug über eine Stunde in einem eingeschränkten Halteverbot stand, veranlasste die Stadt eine Abschleppung. Obwohl der Fahrzeughalter noch rechtzeitig erschien und die Maßnahme abgebrochen wurde, blieb die Kostenpflicht bestehen. Der geforderte Betrag setzte sich aus 154,70 Euro für das Abschleppunternehmen sowie einer Verwaltungsgebühr und Postzustellungsauslagen zusammen. Die Klage des Mannes gegen diesen Bescheid wurde vollständig abgewiesen.

Beachten Sie: Wenn Sie rechtzeitig am Fahrzeug erscheinen und das Abschleppen verhindern, entfällt die Zahlungspflicht nicht. Sie müssen die Anfahrtskosten des Unternehmens sowie die vollen Verwaltungsgebühren dennoch tragen.

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