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Gegenstandswert für einen Vergleich: Wann Boni und Optionen den Wert erhöhen

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Bonus gesichert, Zeugnisnote Eins und wertvolle Aktienoptionen obendrauf. Nach dem Kündigungsschutzprozess droht Streit über die Abrechnung, da jede Zusatzklausel den Gegenstandswert für einen Vergleich nach oben treibt. Besonders brisant wird es bei Forderungen gegen Drittunternehmen: Zählt hier das volle Paket oder nur ein kleiner Bruchteil für die Gebührenrechnung?
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 12 Ta 18/26

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Hessisches Landesarbeitsgericht
  • Datum: 17.02.2026
  • Aktenzeichen: 12 Ta 18/26
  • Verfahren: Beschwerde gegen Wertfestsetzung
  • Rechtsbereiche: Arbeitsrecht, Kostenrecht
  • Streitwert: 69.654,70 EUR
  • Relevant für: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Anwälte bei Kündigungsvergleichen

Das Landesarbeitsgericht erhöht den Vergleichswert nur teilweise trotz Streitigkeiten über Aktienoptionen und Bonusansprüche.
  • Ein Vergleichsmehrwert entsteht nur bei vorab wirklich streitigen oder ungewissen Forderungen der Parteien.
  • Aktienoptionen zählen mit zwanzig Prozent des Wertes bei bloßer Absicherung gegen Dritte.
  • Das reine Hinausschieben des Beendigungstermins löst keine Erhöhung des gerichtlichen Streitwertes aus.
  • Ein Zeugnis zählt mit vollem Monatsgehalt bei konkretem Streit über die Arbeitsleistung.

LAG Hessen: Wie wird der Vergleichswert berechnet?

Die Festsetzung der Anwaltsgebühren erfolgt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), konkret gemäß § 33. Die Bemessung der Einigungsgebühr – also die zusätzliche Gebühr, die der Anwalt erhält, wenn er einen Streit durch einen Kompromiss statt durch ein Urteil beendet – richtet sich dabei nach VV 1000 Abs. 1 der Anlage 1 zum RVG. Um eine bundeseinheitliche Bewertung sicherzustellen, orientieren sich die Gerichte an einem speziellen Leitfaden, dem sogenannten Streitwertkatalog für die Arbeitsgerichtsbarkeit in der Fassung vom 1. Februar 2024. Dieser Katalog legt fest, wie viel Euro bestimmte Streitpunkte im Rahmen der Gebührenberechnung „wert“ sind.

Das Hessische Landesarbeitsgericht musste diese formale Berechnungsmethode in einem Streit zwischen einem Anwalt und der Vorinstanz über die korrekte Höhe eines gerichtlichen Vergleichs anwenden.

Redaktionelle Leitsätze

  1. Richten sich in einem Vergleich geregelte Ansprüche auf Aktienoptionen nicht gegen den Arbeitgeber, sondern gegen ein Drittunternehmen, ist für den Vergleichsmehrwert lediglich das Titulierungsinteresse in Höhe eines Bruchteils des Anspruchswerts anzusetzen.
  2. Die Einigung auf eine bestimmte Note im Arbeitszeugnis erhöht den Gegenstandswert eines Vergleichs um ein Bruttomonatsgehalt, wenn über die Leistungsbeurteilung zuvor ein nachweisbarer, inhaltlicher Streit zwischen den Parteien bestand….

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