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Ordnungsgeld bei Verstoß gegen das Kontaktverbot: Wann Sanktionen drohen

Ganzen Artikel lesen auf: Familienrechtsiegen.de
Ein kurzes High Five auf dem Schulweg – eigentlich eine alltägliche Geste der Vertrautheit zwischen Vater und Kind, die nun weitreichende juristische Folgen nach sich zieht. Das Oberlandesgericht Frankfurt muss klären, ob dieser gezielte Körperkontakt trotz Kontaktverbot noch als straffreier Zufall gilt oder bereits ein Ordnungsgeld rechtfertigt.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 6 WF 39/26

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Oberlandesgericht Frankfurt am Main
  • Datum: 10.03.2026
  • Aktenzeichen: 6 WF 39/26
  • Verfahren: Beschwerde gegen Ordnungsgeld
  • Rechtsbereiche: Familienrecht
  • Relevant für: Getrennte Eltern mit Kontaktverbot, Fachanwälte für Familienrecht


Ein Vater zahlt 1.000 Euro Ordnungsgeld, weil er seine Tochter trotz Verbot auf dem Schulweg ansprach.
  • Der Vater stoppte sein Auto und sprach das Kind aktiv gegen das Verbot an.
  • Das Kontaktverbot gilt auch für kurze Begegnungen und Gespräche außerhalb der festen Umgangszeiten.
  • Bei Missachtung drohen hohe Geldstrafen oder sogar Haft zur Erzwingung der gerichtlichen Auflagen.
  • Zufällige Treffen ohne aktives Handeln des Elternteils führen in der Regel nicht zu Strafen.
  • Gerichte dürfen Kindesanhörungen aus anderen Verfahren als Beweis für den verbotenen Kontakt nutzen.

Wann bleibt ein abgeänderter Umgangsbeschluss vollstreckbar?

Damit ein Familiengericht ein Ordnungsgeld nach § 89 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) verhängen kann, muss eine vollstreckungsfähige und hinreichend bestimmte Regelung vorliegen. Diese Bestimmtheit bedeutet konkret: Die Anordnung muss nach Art, Ort und Zeit so präzise sein, dass für alle Beteiligten zweifelsfrei feststeht, welches Verhalten genau gefordert oder verboten ist. Zudem ist ein ausdrücklicher Hinweis auf die Rechtsfolgen einer Zuwiderhandlung gemäß § 89 Abs. 2 FamFG zwingende Voraussetzung für spätere Sanktionen. Wird eine ursprüngliche Entscheidung im Beschwerdeverfahren teilweise abgeändert, bleibt nach § 86 FamFG die Ausgangsentscheidung in ihrer modifizierten Fassung der maßgebliche Vollstreckungstitel. Ein solcher Titel ist die notwendige amtliche Urkunde – hier der Beschluss –, die das Gericht erst dazu ermächtigt, eine Verpflichtung mit staatlichem Zwang durchzusetzen.

Dabei bleibt im Fall einer Abänderung oder teilweisen Abänderung der erstinstanzlichen Entscheidung diese Ausgangsentscheidung der maßgebliche Vollstreckungstitel, wenn auch in der durch die Beschwerdeentscheidung geänderten Fassung. – so das Oberlandesgericht Frankfurt am Main

Prüfen Sie Ihren Beschluss sofort auf den obligatorischen Hinweis nach § 89 Abs. 2 FamFG: Fehlt im Dokument die ausdrückliche Belehrung über die Rechtsfolgen einer Zuwiderhandlung, fehlt die rechtliche Grundlage für ein Ordnungsgeld gegen Sie.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main bestätigte in einem aktuellen Beschluss (Az.: 6 WF 39/26) ein Ordnungsgeld gegen einen Vater, der sich nicht an ein familiengerichtliches Kontaktverbot gehalten hatte, und wies seine sofortige Beschwerde vollumfänglich zurück. Der zugrundeliegende Beschluss des Amtsgerichts Darmstadt vom 4. April 2023 (Az….


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