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Unwirksamkeit der Beitragsanpassung in der PKV: Rückzahlung und Verjährungsfrist

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Monatlich höhere Beiträge für die Krankenversicherung, doch die Begründung fehlt: Wenn Versicherer wesentliche Rechnungsgrundlagen verschweigen, fordern Kunden jahrelang gezahlte Summen zurück. Das OLG Saarbrücken klärt nun, ob Formfehler zur Unwirksamkeit führen und wann Rückforderungsansprüche trotz mangelhafter Schreiben und späterer Korrekturen endgültig verjähren.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 5 U 32/23

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Oberlandesgericht Saarbrücken
  • Datum: 17.05.2024
  • Aktenzeichen: 5 U 32/23
  • Verfahren: Berufung gegen Klageabweisung bei PKV-Beitragserhöhung
  • Rechtsbereiche: Versicherungsrecht
  • Streitwert: bis 22.000,- Euro
  • Relevant für: Private Krankenversicherte, Versicherungsunternehmen

Versicherer müssen den konkreten Grund für Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung klar benennen.
  • Das Schreiben nannte die Gründe für die gestiegenen Kosten nicht genau genug.
  • Formelle Fehler machen die Erhöhung ungültig, bis der Versicherer die Begründung korrigiert.
  • Kunden zahlen den Erhöhungsbetrag für den Zeitraum der fehlerhaften Mitteilung nicht.
  • Rückzahlungen für sehr alte Erhöhungen scheitern meistens an gesetzlichen Fristen zum Verfall.
  • Fehler beim unabhängigen Prüfer machen eine rechnerisch korrekte Berechnung nicht automatisch ungültig.

Wann führt fehlende Rechnungsgrundlage zur Unwirksamkeit?

Gemäß § 203 Abs. 5 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) muss die Mitteilung über eine Prämienerhöhung die maßgebliche Rechnungsgrundlage nennen. Das bedeutet konkret: Die Rechnungsgrundlage ist der mathematische Faktor, wie etwa die Behandlungskosten oder die allgemeine Lebenserwartung, auf dem die Beitragsberechnung basiert. Voraussetzung für eine rechtmäßige Anpassung nach § 203 Abs. 2 Satz 1 VVG ist eine nicht nur vorübergehende Veränderung genau dieser Rechnungsgrundlage. Das dazugehörige Informationsschreiben muss dem Versicherungsnehmer unmissverständlich verdeutlichen, dass eine gesetzlich ausgelöste Veränderung der Rechnungsgrundlage den eigentlichen Anlass der Erhöhung bildet.

Sie soll dem Versicherungsnehmer verdeutlichen, dass weder sein individuelles Verhalten noch eine freie Entscheidung des Versicherers Grund für die Beitragserhöhung war, sondern dass eine bestimmte Veränderung der Umstände dies aufgrund gesetzlicher Regelungen veranlasst hat; das wird durch die Angabe der Rechnungsgrundlage, die die Prämienanpassung ausgelöst hat, erreicht. – so das Oberlandesgericht Saarbrücken

Genau diese Frage musste das Oberlandesgericht Saarbrücken klären.

OLG Saarbrücken: Nur Erhöhung 2018 unwirksam

Ein langjährig versicherter Mann wehrte sich gerichtlich gegen mehrfache Prämienerhöhungen seiner privaten Krankenversicherung, erreichte am Ende jedoch nur einen Teilerfolg. Das Oberlandesgericht Saarbrücken stellte lediglich die Unwirksamkeit der Beitragsanpassung zum 1. Januar 2018 fest und wies die weitergehende Klage auf Rückzahlung und Feststellung ab (Az. 5 U 32/23, Urteil vom 17.05.2024). In der Vorinstanz vor dem Landgericht Saarbrücken (Az. 14 O 185/22, Urteil vom 24.02.2023) war der Versicherungsnehmer mit seinen Forderungen noch vollständig unterlegen….


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