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MPU-Anordnung bei hohen THC-Werten: Wann der Führerschein entzogen wird

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150 Nanogramm THC-Abbauprodukt im Blut – und der Führerschein ist weg. Obwohl Monate später lückenlose Labortests eine strikte Drogenabstinenz belegen, bleibt fraglich, ob dieser späte Sinneswandel die eindeutigen Befunde der ursprünglichen Laborwerte rechtlich neutralisieren kann oder die MPU-Anordnung trotz der neuen Nachweise dennoch Bestand hat.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 13 S 2020/25

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg
  • Datum: 20.02.2026
  • Aktenzeichen: 13 S 2020/25
  • Verfahren: Beschwerde gegen Führerscheinentzug
  • Rechtsbereiche: Verkehrsrecht, Fahrerlaubnisrecht
  • Streitwert: 2.500,00 EUR
  • Relevant für: Autofahrer, Cannabiskonsumenten, Führerscheinstellen

Behörden entziehen den Führerschein bei extrem hohen Cannabiswerten trotz späterer Belege für Drogenfreiheit.
  • Hohe Messwerte im Blut beweisen einen regelmäßigen Konsum von Cannabis.
  • Behörden fordern dann zwingend ein psychologisches Gutachten über die Fahreignung an.
  • Ohne dieses Gutachten verliert der Fahrer wegen fehlender Eignung sofort seine Erlaubnis.
  • Später eingereichte Belege über Drogenfreiheit heilen die rechtmäßige Pflicht zum Gutachten nicht.
  • Der Schutz anderer Verkehrsteilnehmer geht vor dem privaten Interesse des Fahrers.

Wann ist der sofortige Führerscheinentzug bei Cannabis rechtmäßig?

Formelle Anforderungen nach § 80 Absatz 3 Satz 1 VwGO verlangen eine schriftliche Begründung des besonderen Interesses an der sofortigen Vollziehung. Das bedeutet konkret: Normalerweise hat ein rechtlicher Einspruch gegen einen Behördenbescheid aufschiebende Wirkung, der Autofahrer dürfte also vorerst weiterfahren. Bei der sofortigen Vollziehung entfällt dieser Aufschub und der Führerschein muss trotz laufender Beschwerde umgehend abgegeben werden. Im Fahrerlaubnisrecht können die den Verwaltungsakt tragenden Gesichtspunkte typischerweise zugleich die sofortige Vollziehung rechtfertigen. Dabei erfolgt eine strenge Abwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Verkehrssicherheit und dem privaten Interesse an der weiteren Teilnahme am Straßenverkehr. Dies dient vor allem dem Schutz hochrangiger Rechtsgüter wie Leben und Gesundheit bei einer möglicherweise fehlenden Fahreignung.

Genau diese rechtliche Frage musste der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in einem aktuellen Fall klären.

Gericht bestätigt den sofortigen Entzug

Nach einer Autofahrt unter dem Einfluss von Cannabis im Juli 2024 entzog das zuständige Landratsamt einem Autofahrer den Führerschein und ordnete die sofortige Vollziehung der Maßnahme an. Der Autofahrer scheiterte endgültig mit seiner Beschwerde vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg und verliert das Verfahren mitsamt den Kosten bei einem Streitwert von 2.500 Euro. Der betroffene Mann hatte zuvor argumentiert, der Entzugsbescheid vom 22. August 2025 enthalte keine ausreichende Begründung für den sofortigen Vollzug. Er forderte die Aufhebung der Entscheidung, da das Landratsamt die Eilbedürftigkeit angeblich unzulänglich substanziiert habe….


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