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Wann zahlt die Berufsgenossenschaft bei einem Unfall?

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Viele Berufstätige verlassen sich nach einem Unfall auf den Versicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft (als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung), doch oft entscheidet bereits die Absicht hinter einer Tätigkeit über die Kostenübernahme. Erfahren Sie, welche Risiken im Homeoffice bestehen und wie Sie durch das richtige Handeln Ihre finanzielle Absicherung sowie lebenslange Rentenansprüche sichern.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das juristische Fundament für die Anerkennung eines Unfalls ist die Handlungstendenz (die Absicht, dem Unternehmen zu dienen).
  • Im gesamten Verfahren gilt der gesetzliche Grundsatz Rehabilitation vor Rente zur Wiederherstellung der Gesundheit.
  • Homeoffice-Unfälle und Büro-Unfälle sind seit dem Jahr 2021 im Grundsatz rechtlich gleichgestellt.
  • Gegenüber dem Arbeitgeber besteht grundsätzlich kein Schmerzensgeldanspruch, da das Haftungsprivileg zivilrechtliche Klagen weitgehend ausschließt.
  • Der Versicherungsschutz für Radfahrer auf dem Arbeitsweg kann ab einem Blutalkoholwert von 1,6 Promille wegen absoluter Fahruntüchtigkeit entfallen.
  • Die Berufsgenossenschaft zahlt eine lebenslange Verletztenrente in der Regel erst ab einer dauerhaften 20 % Minderung der Erwerbsfähigkeit.
  • Das Verletztengeld zur finanziellen Absicherung beträgt in der Regel 80 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, höchstens jedoch das Nettoentgelt, und schließt an die Lohnfortzahlung an.
  • Unternehmen müssen Unfälle mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen innerhalb von 3 Tagen nach Kenntnis bei der Berufsgenossenschaft melden.

Wann zahlt die Berufsgenossenschaft nach einem Arbeitsunfall?

Ein falscher Tritt auf der Treppe, ein Sturz im Arbeitszimmer oder ein Unfall auf dem Arbeitsweg: Nach dem ersten Schock folgt oft die Frage nach der Finanzierung. Wer zahlt jetzt die Reha? Wer ersetzt den Verdienstausfall? Die gesetzliche Unfallversicherung ist hier Ihre wichtigste Absicherung – aber sie deckt nicht jede Lebenslage ab. Allein im Jahr 2024 registrierten die Behörden vorläufig 752.125 Arbeitsunfälle.

Die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen übernehmen in diesen Fällen die komplette medizinische Heilbehandlung und zahlen Lohnersatzleistungen. Ihr gesetzlicher Auftrag nach dem Siebten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) lautet: Rehabilitation vor Rente. Die Gesundheit der verletzten Person soll mit allen geeigneten Mitteln wiederhergestellt werden. Doch der Schutz greift nicht automatisch bei jeder Verletzung während der Arbeitszeit.

Das juristische Fundament für die Anerkennung ist die sogenannte Handlungstendenz (die innere Zielrichtung Ihres Tuns). Entscheidend ist Ihre Absicht in der exakten Sekunde des Unfalls: War Ihr Handeln darauf gerichtet, dem Unternehmen zu dienen, oder gingen Sie privaten Interessen nach? Es kommt nach § 8 Abs. 1 SGB VII nicht auf den Ort an, sondern auf diesen inneren Zusammenhang. Fehlt er, verweigert die Versicherung die Zahlung.

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