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Aufrechnung eines Bürgergeld-Darlehens: Wann der Abzug vom Geld zulässig ist

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Genossenschaftsanteile finanziert, doch vom Bürgergeld fehlen monatlich 50 Euro. Trotz einer mündlichen Zusage besteht das Amt auf der Aufrechnung eines Bürgergeld-Darlehens zur Tilgung der Raten. Ob das Wort eines Sachbearbeiters schwerer wiegt als die gesetzliche Tilgungspflicht, muss das Landessozialgericht nun entscheiden.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: L 4 AS 34/25

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Landessozialgericht Hamburg
  • Datum: 16.01.2026
  • Aktenzeichen: L 4 AS 34/25
  • Verfahren: Berufungsverfahren
  • Rechtsbereiche: Sozialrecht
  • Relevant für: Bürgergeld-Empfänger, Jobcenter, Mieter von Genossenschaftswohnungen

Das Jobcenter darf Darlehen für Wohnungsanteile monatlich mit fünf Prozent vom Bürgergeld verrechnen.
  • Das Gesetz schreibt automatische Abzüge vom Bürgergeld zur Darlehenstilgung fest vor.
  • Mündliche Versprechen von Mitarbeitern zur späteren Rückzahlung sind rechtlich ohne Bedeutung.
  • Die fünfprozentige Kürzung verletzt weder die Menschenwürde noch das notwendige Existenzminimum.
  • Nach dem Ende des Leistungsbezugs verliert eine Klage gegen die Abzüge ihren Sinn.

Wann ist die Aufrechnung eines Bürgergeld-Darlehens zulässig?

Wenn das eigene Geld für eine neue Wohnung nicht ausreicht, springt häufig der Staat ein. Eine Frau bezog seit dem späten Jahr 2023 staatliche Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts. Wenige Monate später fand sie eine neue Bleibe in einer Genossenschaftswohnung. Für den Einzug verlangte die Baugenossenschaft zwingend den Erwerb von Mitgliedsanteilen im Wert von 1.800 Euro. Da die Frau diese Summe nicht aufbringen konnte, gewährte die zuständige Sozialbehörde im Februar 2024 die komplette Summe als Darlehen. Die finanzielle Hilfe kam jedoch mit einer strengen Bedingung, die schnell zu einem massiven Streit führte.

Die Behörde knüpfte die Auszahlung an eine direkte Rückzahlungsverpflichtung. Ab dem Monat Mai 2024 behielt das Amt monatlich 28,15 Euro von den laufenden Leistungen der Frau ein. Diese Summe entspricht exakt fünf Prozent des maßgebenden Regelbedarfs. Das Landessozialgericht Hamburg musste am 16.01.2026 unter dem Aktenzeichen L 4 AS 34/25 entscheiden, ob dieses Vorgehen rechtmäßig ist und ob mündliche Absprachen in Behördenfluren eine gesetzliche Abzugsregel außer Kraft setzen können.

Welche Rechtsgrundlage regelt das Darlehen für die Genossenschaftsanteile?

Im Sozialrecht greifen strenge und detaillierte Vorgaben für staatliche Kredite. Das Gesetz sieht in § 42a Abs. 2 SGB II einen klaren Mechanismus vor. Wer ein Darlehen zur Sicherung des Lebensunterhalts oder für Wohnkosten erhält, muss dieses zwingend tilgen, solange er Leistungen bezieht. Der Staat wartet nicht auf eine freiwillige Überweisung, sondern behält das Geld automatisch ein. Das Gesetz schreibt für die Tilgung durch eine Aufrechnung einen festen Satz von fünf Prozent des monatlichen Regelbedarfs vor.

Zusätzlich greift bei der Kommunikation mit Ämtern das Sozialgesetzbuch Zehntes Buch. Nach § 34 Abs. 1 SGB X bindet eine Zusicherung der Verwaltung die Behörde nur dann, wenn sie schriftlich erteilt wird….


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