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Entzug der Fahrerlaubnis nach dem Cannabiskonsum: MPU-Pflicht und hohe THC-Werte

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Hände am Lenkrad trotz massiver THC-Werte im Blut: Wer völlig fehlerfrei fährt, hofft bei einer Polizeikontrolle meist auf ein glimpfliches Ende. Doch wenn extreme Giftfestigkeit auf chronischen Konsum hindeutet, stellt sich die Frage, ob ein verweigertes MPU-Gutachten den Führerschein auch ohne Fahrfehler kosten kann.
Zum vorliegenden Urteilstext springen: 14 L 4268/25

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Verwaltungsgericht Düsseldorf
  • Datum: 22.01.2026
  • Aktenzeichen: 14 L 4268/25
  • Verfahren: Eilverfahren
  • Rechtsbereiche: Fahrerlaubnisrecht
  • Relevant für: Autofahrer, Fahrerlaubnisbehörden

Autofahrer verlieren bei hohen Cannabiswerten und fehlendem Gutachten sofort ihren Führerschein.
  • Extrem hohe Messwerte belegen einen regelmäßigen Konsum und eine körperliche Gewöhnung.
  • Ohne ärztliche Rezepte zählt der Konsum rechtlich nicht als medizinische Behandlung.
  • Wer die geforderte Untersuchung verweigert, verliert sofort das Recht zum Fahren.
  • Das Gericht schützt andere Verkehrsteilnehmer vor Fahrern mit riskantem Drogenkonsum.

Wann droht ein Entzug der Fahrerlaubnis nach dem Cannabiskonsum?

Ein 54-jähriger Autofahrer geriet in Nordrhein-Westfalen in eine polizeiliche Verkehrskontrolle. Die Beamten schöpften Verdacht und ordneten die Entnahme von einer Blutprobe an. Das toxikologische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum brachte wenig später extreme Werte ans Licht. Die Analyse zeigte 36 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) THC und einen THC-COOH-Wert von rund 290 ng/ml im Blutserum des Mannes. Angesprochen auf die Werte, räumte der Betroffene den Konsum von Cannabis offen ein. Er behauptete, es handele sich um medizinisches Cannabis, gab aber im gleichen Atemzug zu, auch einen nicht ärztlich verordneten Joint geraucht zu haben.

Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde reagierte umgehend. Sie forderte von dem Mann die Beibringung von einem medizinisch-psychologischen Gutachten, allgemein bekannt als MPU. Als der Autofahrer dieses Dokument nicht innerhalb der gesetzten Sechs-Wochen-Frist ablieferte, griff das Amt hart durch. Die Behörde entzog ihm die Fahrerlaubnis und ordnete die sofortige Vollziehung an. Der Mann verlor seine Fahrerlaubnis sofort und musste seinen Führerschein persönlich bei der Behörde abgeben.

Gegen diese weitreichende Entscheidung wehrte sich der Autofahrer vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 14 L 4268/25). Er reichte einen Eilantrag ein, um die aufschiebende Wirkung seiner eigentlichen Klage wiederherzustellen. Sein Ziel war es, bis zu einer endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren wieder ein Fahrzeug steuern zu dürfen.

Wann verlangt die Behörde ein medizinisch-psychologisches Gutachten?

Das Straßenverkehrsgesetz und die Fahrerlaubnis-Verordnung regeln in Deutschland sehr streng, wer ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr führen darf. Nach den Vorgaben aus § 13a der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) muss die Behörde zwingend einschreiten, wenn konkrete Tatsachen die Annahme von einem Cannabismissbrauch begründen. Die zentrale Frage ist dabei immer die Fahreignung.

Die rechtliche Hürde für eine MPU-Anordnung ist bei Cannabis jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft….


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