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Provision nach einer Vertragsaufhebung: Wer die Maklerkosten zahlen muss

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Ein Immobilienkäufer in Hamburg verweigerte die Provision nach einer Vertragsaufhebung, da für das erworbene Millionenobjekt eine wichtige Genehmigung zur Wohnnutzung fehlte. Obwohl der Kaufvertrag bereits rückabgewickelt wurde, beharrt die Maklerin auf der vollen Courtage und stellt die behauptete arglistige Täuschung in Frage.


Zum vorliegenden Urteilstext springen: 325 O 102/23

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Landgericht Hamburg
  • Datum: 11.08.2025
  • Aktenzeichen: 325 O 102/23
  • Verfahren: Klage auf Maklerprovision
  • Rechtsbereiche: Maklerrecht, Zivilrecht
  • Relevant für: Makler, Immobilienkäufer, Investmentgesellschaften

Käufer müssen die Maklerprovision zahlen, auch wenn sie den Kaufvertrag später einvernehmlich wieder auflösen.

  • Die Provision wird mit der Unterschrift beim Notar sofort rechtlich fällig.
  • Eine spätere Vertragsaufhebung löscht den Zahlungsanspruch des Maklers nicht aus.
  • Nur eine wirksame Anfechtung wegen Irrtums oder Täuschung verhindert die Zahlung.
  • Firmen haften als Gesamtschuldner, wenn sie Maklerdienste für ihre Projekte nutzen.
  • Wer vorab über Genehmigungsprobleme informiert wurde, kann den Vertrag nicht anfechten.

Muss die Provision nach einer Vertragsaufhebung gezahlt werden?

Ein geplatzter Immobilientraum ist für alle Beteiligten ärgerlich. Doch richtig teuer wird es, wenn trotz des Scheiterns der Transaktion die Rechnung des Maklers beglichen werden muss. Genau diesen Fall verhandelte das Landgericht Hamburg. Eine Immobilienmaklerin klagte gegen eine Investmentfirma und deren Tochtergesellschaft auf Zahlung, obwohl der Kaufvertrag einvernehmlich wieder aufgehoben wurde.

Der Fall beleuchtet ein klassisches Dilemma im Immobilienrecht: Bleibt der Anspruch auf die Maklercourtage bestehen, wenn die Käufer später einen Rückzieher machen? Das Gericht musste tief in die Feinheiten des Vertragsrechts eintauchen und klären, ob eine Anfechtung wegen einer arglistigen Täuschung vorlag oder ob die Käufer schlicht das Risiko falsch eingeschätzt hatten. Das Urteil ist eine deutliche Warnung an gewerbliche Immobilienkäufer, die Sorgfaltspflicht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Welche Rechtsgrundlagen bestimmen den Provisionsanspruch?

Um das Urteil zu verstehen, ist ein Blick in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) notwendig. Der Provisionsanspruch eines Maklers ist in § 652 BGB geregelt. Er entsteht, wenn der Hauptvertrag – also der Immobilienkaufvertrag – wirksam zustande kommt.

Doch was passiert, wenn dieser Vertrag später nicht mehr existiert? Hier unterscheidet die Rechtsprechung scharf zwischen verschiedenen Szenarien. Wird ein Kaufvertrag lediglich einvernehmlich aufgehoben oder tritt der Käufer aufgrund eines vertraglichen Rücktrittsrechts zurück, bleibt der Provisionsanspruch des Maklers in der Regel bestehen. Der Makler hat seine Leistung erbracht: Er hat den Vertrag vermittelt. Dass die Parteien es sich später anders überlegen, fällt nicht in seinen Risikobereich.

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