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Rente wegen einer Erwerbsminderung: Voraussetzungen bei psychischen Erkrankungen

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Die Rente wegen einer Erwerbsminderung forderte ein Hamburger, der seit Jahren mit schweren Depressionen sowie Suchtproblemen kämpft und sich arbeitsunfähig fühlt. Ob seine Erwerbsfähigkeit bei einer depressiven Störung tatsächlich unter sechs Stunden täglich liegt, knüpfte das Gericht überraschend an die Intensität seiner bisherigen Therapie.


Zum vorliegenden Urteilstext springen: L 3 R 13/23 D

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Landessozialgericht Hamburg
  • Datum: 08.10.2025
  • Aktenzeichen: L 3 R 13/23 D
  • Verfahren: Berufung zur Erwerbsminderungsrente
  • Rechtsbereiche: Sozialrecht, Rentenrecht
  • Relevant für: Rentenantragsteller mit Depressionen, Rentenversicherung

Ein Kläger erhält keine Erwerbsminderungsrente, da er trotz Depressionen noch sechs Stunden täglich arbeiten kann.

  • Gutachter halten den Kläger für körperlich und geistig ausreichend belastbar für leichte Tätigkeiten.
  • Das Fehlen intensiver Behandlungen spricht gegen eine schwere, dauerhaft einschränkende psychische Erkrankung.
  • Bei den Untersuchungen zeigte der Mann eine ausreichende Konzentration und stabile Stimmung.
  • Der Konsum von Suchtmitteln schränkt seine Arbeitsfähigkeit im rechtlichen Sinne aktuell nicht ein.
  • Eine intensivere medizinische Behandlung kann den Gesundheitszustand des Klägers künftig weiter verbessern.

Wer erhält eine Rente wegen einer Erwerbsminderung bei psychischen Erkrankungen?

Psychische Erkrankungen gehören heute zu den häufigsten Gründen für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben. Doch die Hürden für die Bewilligung einer staatlichen Unterstützung sind hoch. Nicht jede Diagnose führt automatisch zu einer Zahlung durch die Deutsche Rentenversicherung. Ein aktueller Fall vor dem Landessozialgericht Hamburg verdeutlicht, wie streng die Anforderungen an den Nachweis der reduzierten Leistungsfähigkeit sind. Im Zentrum des Rechtsstreits stand ein 1972 geborener Mann, der unter Depressionen und den Folgen eines langjährigen Substanzkonsums litt.

Der Rechtsstreit, der am 8. Oktober 2025 durch den zuständigen Einzelrichter entschieden wurde, zeigt exemplarisch, welche Rolle medizinische Gutachten und die sogenannte Therapieeskalation spielen. Wenn die geschilderten Beschwerden und die tatsächlich in Anspruch genommene ärztliche Hilfe nicht zusammenpassen, droht die Ablehnung des Antrags. Für den 53-jährigen Betroffenen ging es um viel: Er begehrte die Gewährung einer Rente wegen voller, hilfsweise wegen teilweiser Erwerbsminderung. Das Gericht musste klären, ob seine gesundheitlichen Einschränkungen tatsächlich so gravierend waren, dass ihm der allgemeine Arbeitsmarkt verschlossen blieb.

Welche Voraussetzungen gelten für den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente?

Um die Tragweite der Entscheidung zu verstehen, ist ein Blick auf die gesetzlichen Grundlagen notwendig. Nach § 43 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI) haben Versicherte einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein….


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