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Mietwagenkosten bei einer örtlichen Werkstatt: Wann die Versicherung zahlen muss

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Mietwagenkosten bei einer örtlichen Werkstatt fordert eine Autofahrerin in der Altmark nach einem Unfall zurück, während die Versicherung die Erstattung unter Verweis auf günstigere Listenpreise kürzte. Nun klärt das Amtsgericht Gardelegen, wie weit die Schadensminderungspflicht in einer ländlichen Region ohne Konkurrenz reicht und ob eine unstimmige Rechnungsgestaltung den Anspruch gefährdet.


Zum vorliegenden Urteilstext springen: 31 C 260/23

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Amtsgericht Gardelegen
  • Datum: 21.03.2024
  • Aktenzeichen: 31 C 260/23
  • Verfahren: Klage auf Mietwagenkosten
  • Rechtsbereiche: Verkehrsrecht, Schadenersatzrecht
  • Relevant für: Unfallgeschädigte, Kfz-Versicherungen, ländliche Werkstätten

Versicherungen zahlen höhere Mietwagenkosten örtlicher Werkstätten bei fehlenden Alternativen in ländlichen Gebieten.

  • Auf dem Land fehlen oft große Autovermieter oder ein guter Nahverkehr.
  • Geschädigte benötigen nach einem Unfall oft sofort ein Ersatzfahrzeug für den Heimweg.
  • Das Gericht erlaubt dann die teureren Preise der Werkstatt vor Ort.
  • Kunden müssen jedoch offensichtliche Rechenfehler in der Mietwagenrechnung erkennen.
  • Unlogische oder widersprüchliche Tarife kürzt das Gericht trotz der ländlichen Lage.

Wer trägt die Mietwagenkosten nach einem Unfall?

Ein Verkehrsunfall bringt oft nicht nur Blechschaden, sondern auch erhebliche organisatorische Probleme mit sich. Wer auf sein Fahrzeug angewiesen ist, benötigt schnell Ersatz. Doch genau hier entzündet sich häufig ein Streit mit der gegnerischen Versicherung: Darf der Geschädigte einfach den nächstbesten Mietwagen nehmen, oder muss er Preise vergleichen? Besonders in ländlichen Regionen, wo große Autovermietungen fehlen, ist diese Frage brisant.

Das Amtsgericht Gardelegen musste sich mit einem Fall aus der Altmark befassen, der exemplarisch für viele ländliche Gegenden steht. Eine Autofahrerin wurde am 12. Februar 2020 unverschuldet in einen Unfall verwickelt. Ihr Wagen war nicht mehr fahrbereit und wurde in eine örtliche Autowerkstatt geschleppt. Da die Frau in einem kleinen Ortsteil wohnte und mobil bleiben musste, mietete sie noch am selben Tag direkt bei der Werkstatt ein Ersatzfahrzeug für 13 Tage an.

Die Rechnung der Werkstatt belief sich auf 1.226,14 Euro. Die gegnerische Haftpflichtversicherung zahlte jedoch nur 861,26 Euro und verweigerte den Restbetrag. Ihre Begründung: Die Kosten seien zu hoch und müssten nach abstrakten Marktwerten berechnet werden. Die betroffene Autofahrerin wollte dies nicht hinnehmen und zog vor das Amtsgericht Gardelegen, um die Erstattung der Mietwagenkosten nach einem Unfall vollständig durchzusetzen.

Nach welchen Gesetzen bemisst sich der Schadenersatz?

Die rechtliche Basis für solche Streitigkeiten bildet § 249 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dieser Paragraph regelt die sogenannte Naturalrestitution. Das bedeutet: Der Unfallverursacher – und damit seine Versicherung – muss den Zustand herstellen, der bestehen würde, wenn der Unfall nicht passiert wäre. Dazu gehört auch, dass der Geschädigte für die Dauer der Reparatur mobil bleibt.

Allerdings gilt dieser Grundsatz nicht grenzenlos….


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