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Erstattung der Kfz-Sachverständigenkosten: Was die Versicherung zahlen muss

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Die Erstattung der Kfz-Sachverständigenkosten nach einem Unfall im Berchtesgadener Land kürzte eine Versicherung radikal um mehrere hundert Euro, obwohl der Gutachter nach Schadenshöhe abrechnete. Nun steht die BVSK-Honorarbefragung als Schätzgrundlage zur Debatte – und damit die Frage, ob weite Fahrtkosten im ländlichen Raum überhaupt voll bezahlt werden müssen.


Zum vorliegenden Urteilstext springen: 1 C 82/24

Das Wichtigste im Überblick

  • Gericht: Amtsgericht Laufen
  • Datum: 17.04.2024
  • Aktenzeichen: 1 C 82/24
  • Verfahren: Schriftliches Verfahren
  • Rechtsbereiche: Verkehrsrecht

Die Versicherung zahlt restliche Gutachterkosten, da die BVSK-Tabelle als verlässliche Basis für die Rechnung gilt.

  • Das Gericht nutzt die BVSK-Tabelle als Maßstab für die Kosten des Gutachters.
  • Geschädigte prüfen nur grob, ob die Preise des Gutachters fair klingen.
  • Die Versicherung zahlt Fahrtkosten für 25 Kilometer im ländlichen Raum vollständig.
  • Das Gericht kürzt nur zu hohe Kosten für Kopien und getippte Seiten.
  • Gutachter weisen ihre exakte Arbeitszeit für einfache Unfallberichte nicht nach.

Wer trägt die Sachverständigenkosten nach einem Verkehrsunfall?

Ein unverschuldeter Verkehrsunfall ist für jeden Autofahrer ein Ärgernis. Doch oft beginnt der eigentliche Ärger erst nach der Reparatur, wenn die gegnerische Versicherung die Kosten für das Schadensgutachten kürzt. Genau dieses Szenario spielte sich im Landkreis Berchtesgadener Land ab. Nach einem Auffahrunfall verweigerte eine Haftpflichtversicherung die vollständige Erstattung der Kfz-Sachverständigenkosten. Sie hielt das Honorar für überzogen und forderte eine Abrechnung nach Zeitaufwand statt nach Tabellenwerten. Das Amtsgericht Laufen musste nun klären, welche Berechnungsmethode zulässig ist und ob die BVSK-Honorarbefragung als Schätzgrundlage herangezogen werden darf. Das Urteil stärkt die Rechte von Unfallopfern und setzt klare Grenzen für die Kürzungsstrategien der Versicherer.

Der Unfall auf der B20 und der Streit ums Honorar

Der Fall begann an einem Sommerabend, dem 21. August 2023. Eine Autofahrerin war gegen 18:00 Uhr auf der Strecke von Aufham nach Piding unterwegs. An der Anschlussstelle zur B20 in Richtung Bad Reichenhall musste sie verkehrsbedingt halten. Der Fahrer hinter ihr erkannte die Situation zu spät und fuhr auf ihren Wagen auf. Die Schuldfrage war eindeutig: Der Hintermann haftete zu 100 Prozent für den Schaden. Um die Schadenshöhe festzustellen, beauftragte die Geschädigte einen Kfz-Sachverständigen. Dieser erstellte ein Gutachten, das Nettoreparaturkosten von rund 9.900 Euro und eine Wertminderung von 450 Euro auswies. Für seine Tätigkeit stellte der Experte am 2. September 2023 eine Rechnung über 1.369,81 Euro brutto. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers regulierte den Blechschaden am Fahrzeug, doch bei der Gutachterrechnung stellte sie sich quer. Sie überwies lediglich 730,47 Euro und behielt den Restbetrag ein. Ihre Begründung: Die Rechnung sei überhöht. Das Honorar müsse nach dem tatsächlichen Zeitaufwand berechnet werden, nicht nach pauschalen Tabellen. Zudem seien die Fahrtkosten für die 50 Kilometer lange Strecke unnötig gewesen, da es näher gelegene Gutachter gegeben hätte….


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