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Erstattung der Sachverständigenkosten nach einem Autounfall: Volle Kostenübernahme

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Die Erstattung der Sachverständigenkosten nach einem Autounfall forderte ein Gutachter im November 2023 direkt von der gegnerischen Haftpflichtversicherung ein. Die Versicherung verweigerte die Zahlung und warf dem Sachverständigen eine intransparente Abtretungsklausel sowie eine unübliche Honorarvereinbarung vor. Den vorliegenden Urteilstext lesen: Urteil Az.: 119 C 149/23 V

Das Wichtigste in Kürze

  • Gericht: Amtsgericht Mitte
  • Datum: 30.11.2023
  • Aktenzeichen: 119 C 149/23 V
  • Verfahren: Zivilprozess um restliche Gutachterkosten
  • Rechtsbereiche: Verkehrsrecht, Schadensersatzrecht

Versicherung muss restliche Gutachterkosten zahlen, da die Rechnung fair und der Vertrag verständlich war.

  • Kunden übertragen ihre Ansprüche wirksam durch klare und verständliche Formulare an Gutachter.
  • Das Gericht schätzt angemessene Honorare nach Marktbefragungen und bestätigt die vorliegende Rechnung.
  • Der Gutachter darf Telefonpauschalen abrechnen, wenn die Gesamtsumme im üblichen Rahmen bleibt.
  • Versicherungen müssen Gutachterkosten voll erstatten, solange die Preise nicht extrem überhöht sind.

Wer trägt die Erstattung der Sachverständigenkosten nach einem Autounfall?

Am 27. Juli 2023 ereignete sich ein Verkehrsunfall, der nicht nur Blechschäden, sondern auch einen juristischen Streit über die Erstattung der Sachverständigenkosten nach sich zog. Eine Autofahrerin, deren Fahrzeug bei dem Zusammenstoß beschädigt wurde, beauftragte kurz darauf ein Sachverständigenbüro mit der Begutachtung des Schadens. Um sich nicht selbst mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung auseinandersetzen zu müssen, trat sie ihren Anspruch auf Erstattung der Gutachterkosten an den Sachverständigen ab. Das beauftragte Büro erstellte das Gutachten und stellte der Versicherung seine Arbeit in Rechnung. Die Gesamtsumme setzte sich aus einem Grundhonorar von 718,00 Euro netto, diversen Nebenkosten sowie einer Pauschale für Porto und Telefon zusammen. Die gegnerische Versicherung akzeptierte die Forderung jedoch nicht in voller Höhe. Sie überwies lediglich einen Teilbetrag von 464,12 Euro und verweigerte die Restzahlung. Der Inhaber des Sachverständigenbüros wollte diesen Abzug nicht hinnehmen. Er zog vor das Amtsgericht Mitte, um die offene Differenz von 421,24 Euro einzuklagen. Der Fall drehte sich im Kern um zwei Fragen, die im Verkehrsrecht immer wieder für Zündstoff sorgen: War die Abtretungserklärung der Kundin überhaupt rechtssicher formuliert? Und durfte der Gutachter sein Honorar auf Basis der sogenannten BVSK-Tabelle berechnen, oder waren seine Preise überhöht?

Welche Gesetze regeln die Wirksamkeit der Abtretungserklärung?

Bevor ein Gericht über die Höhe einer Rechnung entscheidet, muss geklärt sein, ob derjenige, der das Geld fordert, überhaupt dazu berechtigt ist. In diesem Fall klagte nicht die geschädigte Autofahrerin selbst, sondern der Sachverständige. Dies ist gängige Praxis im Verkehrsrecht, erfordert jedoch eine wirksame Abtretung gemäß § 398 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Durch die Abtretung tritt der ursprüngliche Gläubiger (die Unfallgeschädigte) seine Forderung gegen die Versicherung an einen Dritten (den Gutachter) ab. Der Gutachter wird zum neuen Gläubiger und kann das Geld im eigenen Namen einfordern. Doch Versicherungen prüfen solche Abtretungserklärungen oft penibel auf Formfehler. Ein häufiges Angriffsziel ist das Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Gemäß § 307 Abs. 1 S….


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