Skip to content
Menu

Datenbank Urteile & Beiträge
Rechtsanwälte Kotz GbR

Haftung für eine Verletzung im Pferdestall: Wer für den Schaden zahlt

Ganzen Artikel lesen auf: RA-Kotz.de

Ein Pferdebesitzer forderte die Haftung für eine Verletzung im Pferdestall von der Betreiberin, nachdem sein Junghengst durch ein nicht fixiertes Flacheisen beinahe verendete. Die Stallbetreiberin verwies zwar auf eine verbindliche mündliche Abgeltungsvereinbarung, doch die sichtbare Gefahrenquelle im Offenstall warf neue Fragen zur verletzten Verkehrssicherungspflicht auf. Den vorliegenden Urteilstext lesen: Urteil Az.: 4 O 305/22

Das Wichtigste in Kürze

  • Gericht: Landgericht Koblenz
  • Datum: 02.10.2025
  • Aktenzeichen: 4 O 305/22
  • Verfahren: Zivilprozess um Schadensersatz
  • Rechtsbereiche: Vertragsrecht, Schadensersatzrecht

Stallbetreiberin muss Tierarztkosten zahlen nach Verletzung eines Pferdes durch einen mangelhaft gesicherten Pfosten.

  • Herausstehende Eisen an losen Pfosten sind eine offensichtliche Gefahr für Pferde im Stall
  • Stallbetreiber müssen mit spielenden oder sich reibenden Tieren im gesamten Stallbereich rechnen
  • Alle Klinikkosten und notwendigen Nachbehandlungen muss die Stallbetreiberin vollständig bezahlen
  • Vage Gespräche über geteilte Kosten bedeuten keinen rechtlich wirksamen Verzicht auf Ansprüche
  • Die Stallbetreiberin übernimmt zusätzlich die vorgerichtlichen Anwaltskosten der Pferdebesitzerin

Wer haftet für eine Verletzung im Pferdestall?

Es ist der Albtraum eines jeden Pferdebesitzers: Ein Anruf aus dem Stall, das Tier ist schwer verletzt, eine Notoperation unumgänglich. Genau dieses Szenario spielte sich am 16. April 2022 in einem Pensionsstall im Bezirk des Landgerichts Koblenz ab. Im Zentrum des Geschehens stand der zweijährige Junghengst „M.“, der sich in einem Offenstall eine lebensgefährliche Verletzung zuzog. Der Fall, der unter dem Aktenzeichen 4 O 305/22 verhandelt wurde, beleuchtet exemplarisch die Konfliktlinien zwischen Tierhaltern und Stallbetreibern. Es ging nicht nur um die emotionale Belastung, sondern um harte wirtschaftliche Fakten: Tierarztrechnungen in Höhe von über 9.000 Euro. Die zentrale Frage, die die Zivilkammer zu klären hatte, lautete: War die Einrichtung des Stalls mangelhaft, und hätte die Betreiberin den Unfall verhindern müssen? Die Geschichte beginnt mit einem gewerblichen Einstellungsvertrag. Die Eigentümerin des Pferdes zahlte monatlich 140 Euro, damit ihr Junghengst in der Obhut der Stallbetreiberin untergebracht wurde. Das junge Pferd teilte sich Box und Auslauf mit anderen Artgenossen. Doch an jenem Aprilabend endete das spielerische Treiben der Herde in einer Katastrophe. Der Hengst stürzte und zog sich eine perforierende Bauchwunde zu. Die Ursache war schnell gefunden: Ein massives Flacheisen, das etwa 20 Zentimeter aus einem Betonsockel herausragte. Eigentlich sollte dieses Eisen einen Holzpfosten stützen, der die Dachlast trug. Doch zum Unfallzeitpunkt war der Pfosten nicht fest mit dem Eisen verbunden. Er ließ sich verschieben, das Metall lag frei – wie ein Dolch, der auf sein Opfer wartete. Was folgte, war ein juristisches Tauziehen um Verantwortung, bauliche Mängel und die Frage, ob man sich nach dem Schock vielleicht doch auf eine schnelle finanzielle Einigung verständigt hatte. Das Landgericht Koblenz fällte am 2. Oktober 2025 ein Urteil, das für Stallbetreiber eine deutliche Warnung enthält: Wer offensichtliche Gefahrenquellen ignoriert, zahlt den vollen Preis.

Welche Pflichten ergeben sich aus einem Pferdepensionsvertrag?…


Können wir Ihnen helfen? Kontaktieren Sie uns!

Stellen Sie hier Ihre Anfrage oder rufen Sie uns an: 02732 791079

ANFRAGE FORMULAR (V1)

Art der Anfrage

Bitte wählen Sie zunächst die Art Ihrer Anfrage, damit wir Ihnen so schnell und kompetent wie möglich weiterhelfen können.
(*) Bitte beachten, dass eine Beratung und eine qualifizierte Rechtsauskunft leider nur kostenpflichtig erfolgen kann. Wir informieren Sie vorab über anfallende Kosten, selbstverständlich können Sie das Angebot vor einer Beratung kostenfrei zurückweisen.
Wird gesendet

Ebenfalls interessante Urteile und Beiträge

Rechtsgebiete

Monatsarchiv