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Befristung wegen des Renteneintrittsalters: Wann der Job im Altvertrag endet

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Ein Distriktleiter mit 10.000 Euro Monatsgehalt wehrte sich nach 35 Jahren Betriebszugehörigkeit gegen die Befristung wegen des Renteneintrittsalters in seinem Vertrag von 1986. Obwohl das Dokument starr die Vollendung des 65. Lebensjahres vorsah, arbeitete er einfach weiter und berief sich auf eine folgenreiche Gesetzesänderung. Den vorliegenden Urteilstext lesen: Urteil 6 Sa 277/22

Das Wichtigste in Kürze

  • Gericht: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz
  • Datum: 13.06.2023
  • Aktenzeichen: 6 Sa 277/22
  • Verfahren: Klage gegen das Ende eines Arbeitsvertrags wegen Erreichens der Altersgrenze
  • Rechtsbereiche: Arbeitsrecht, Befristungsrecht

Arbeitnehmer müssen bei Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ausscheiden, wenn der Arbeitsvertrag eine klare Altersgrenze vorsieht.

  • Klauseln zum Vertragsende mit 65 Jahren beziehen sich auf das gesetzliche Rentenalter.
  • Solche Regelungen sind weder überraschend noch unklar für einen durchschnittlich informierten Arbeitnehmer.
  • Firmen dürfen Personalwechsel planen und Stellen für jüngere Bewerber durch feste Altersgrenzen freimachen.
  • Die soziale Absicherung durch die Rente rechtfertigt den Verlust des Arbeitsplatzes im Alter.
  • Weiterarbeit über den Termin hinaus führt nicht automatisch zu einem dauerhaft unbefristeten Arbeitsvertrag.

Was bedeutet die Befristung wegen des Renteneintrittsalters für ältere Arbeitnehmer?

Ein Arbeitsvertrag aus dem Jahr 1986, ein monatliches Bruttogehalt von 10.000 Euro und eine folgenschwere Formulierung zum 65. Lebensjahr: Vor dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz stritten ein langjähriger Distriktleiter und sein Arbeitgeber über das Ende ihrer Zusammenarbeit. Der Fall berührt eine fundamentale Frage, die angesichts der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters Tausende Beschäftigte betrifft. Was gilt, wenn im alten Vertrag „Ende mit 65“ steht, der Mitarbeiter aber gesetzlich erst später in Rente gehen darf? Der Streit entzündete sich an einer klassischen Klausel, die in vielen älteren Verträgen zu finden ist. Der Arbeitnehmer wollte seinen gut dotierten Posten nicht räumen und pochte auf eine Weiterbeschäftigung. Sein Argument: Da das Unternehmen ihn über seinen 65. Geburtstag hinaus beschäftigt hatte, sei das Arbeitsverhältnis unbefristet geworden. Die Richter mussten klären, ob alte Formulierungen wörtlich zu nehmen sind oder ob sie sich dynamisch an die neue Gesetzeslage anpassen. Das Urteil vom 13.06.2023 (Az. 6 Sa 277/22) liefert hierzu eine detaillierte Anleitung.

Wer streitet um die Wirksamkeit der Altersgrenzenregelung?

Im Zentrum des Verfahrens stand ein im November 1956 geborener Mann, der seit dem 1. April 1983 für das Unternehmen tätig war. Zuletzt arbeitete er als Distriktleiter. Sein schriftlicher Arbeitsvertrag datierte vom 18. März 1986. Eine lange Zeitspanne, in der sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ruhestand massiv verändert haben. Auf der Gegenseite stand das Unternehmen, das sich auf die vertragliche Vereinbarung berief, um das Arbeitsverhältnis zu beenden. Die Firma hatte den Distriktleiter nicht direkt an dessen 65. Geburtstag im November 2021 nach Hause geschickt, sondern ihn bis zum 30. September 2022 weiterbeschäftigt. Genau an diesem Datum erreichte der Mann seinen individuellen Anspruch auf die Regelaltersrente….


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