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Schmerzensgeld bei schwerstem Schädel-Hirn-Trauma: 300.000€; Haftungsquote 75:25

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Nach einem Lkw-Unfall forderte ein 31-jähriges Opfer mit schwerstem Schädel-Hirn-Trauma 300.000 Euro Schmerzensgeld und lebenslange Entschädigung. Die gegnerische Versicherung verlangte daraufhin, der dauerhaft pflegebedürftige Mann müsse die Hälfte des Schadens selbst tragen. Zum vorliegenden Urteil Az.: 19 U 40/22 | | Kontakt

Das Wichtigste in Kürze

  • Gericht: Oberlandesgericht Stuttgart
  • Datum: 16.11.2022
  • Aktenzeichen: 19 U 40/22
  • Verfahren: Verfahren zur Ablehnung einer Berufung (Beschluss)
  • Rechtsbereiche: Verkehrshaftungsrecht, Personenschadensrecht

  • Das Problem: Ein Autofahrer erlitt bei einem Verkehrsunfall mit einem Lkw schwerste, dauerhafte Hirnschäden und ist seither pflegebedürftig. Die Haftpflichtversicherung des Lkw akzeptierte die Haftung, hielt aber die vom Landgericht festgesetzte Haftungsquote und das Schmerzensgeld von 300.000 Euro für zu hoch.
  • Die Rechtsfrage: Muss die Versicherung der Beklagten deutlich weniger Schmerzensgeld zahlen, weil der Kläger möglicherweise Mitschuld durch einen Überholvorgang hatte und die zugesprochene Summe generell übersetzt ist?
  • Die Antwort: Nein. Die Berufung hat offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. Die erstinstanzliche Haftungsverteilung (75 % Lkw-Fahrer, 25 % Kläger) und die Höhe des Schmerzensgeldes sind rechtlich nicht zu beanstanden. Die schwerwiegende Vorfahrtsverletzung durch den Lkw-Fahrer wiegt deutlich schwerer als die festgestellte Geschwindigkeitsüberschreitung des Klägers.
  • Die Bedeutung: Das Urteil bestätigt, dass bei schwersten, dauerhaften Unfallfolgen selbst bei einem Mitverschulden von 25 Prozent hohe Schmerzensgeldbeträge von 300.000 Euro angemessen sind. Das Gericht betonte, dass unbewiesene Behauptungen zum Unfallhergang die getroffenen Tatsachenfeststellungen nicht ändern können.

Schmerzensgeld nach Lkw-Unfall: Warum 300.000 Euro für ein zerstörtes Leben nicht zu viel sind

Ein Leben, ausgelöscht in einem Sekundenbruchteil. Ein 31-jähriger Mann, Vater zweier Kinder, ist auf dem Weg nach Hause, als ein Lkw ihm die Vorfahrt nimmt. Der Aufprall ist verheerend. Der Mann überlebt, doch sein altes Leben ist für immer vorbei. Er erleidet ein schwerstes Schädel-Hirn-Trauma, ist fortan auf einen Rollstuhl und permanente Pflege angewiesen. Der Fall landete vor Gericht, wo es nicht mehr um die Frage ging, ob eine Entschädigung zu zahlen ist, sondern wie hoch diese sein darf und wer wie viel Schuld trägt. In einem bemerkenswerten Beschluss vom 16. November 2022 (Az. 19 U 40/22) bestätigte das Oberlandesgericht Stuttgart ein Schmerzensgeld von 300.000 Euro und zementierte damit die Entscheidung der Vorinstanz. Die Analyse dieses Beschlusses ist eine Lehrstunde darüber, wie Gerichte die Verantwortung bei Verkehrsunfällen abwägen und den unermesslichen Wert eines Lebens in eine konkrete Summe übersetzen.

Was genau war passiert?

Der Unfall ereignete sich am 1. Oktober 2018 auf einer Landstraße. Ein Lkw-Fahrer bog von einer untergeordneten Straße nach links ab und übersah dabei das Auto des 31-Jährigen, der auf der vorfahrtsberechtigten Straße fuhr….


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