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Datenschutz verklagen: Falsche Daten in Strafakten – Behörde unzuständig?

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Eine Bürgerin wollte fehlerhafte Einträge aus jahrealten Strafakten tilgen lassen und wandte sich an die Landesdatenschutzbeauftragte. Ihr Vorhaben scheiterte jedoch nicht am Inhalt, sondern an einer unerwarteten Zuständigkeitsfrage der Behörde. Zum vorliegenden Urteil Az.: 16 E 885/23 | | Kontakt

Das Urteil in 30 Sekunden

  • Das Problem: Eine Bürgerin wollte angebliche Falschinformationen und persönliche Daten aus ihren Gerichtsakten entfernen lassen. Sie forderte die zuständige Datenschutzbehörde auf, dies bei der Justiz durchzusetzen.
  • Die Rechtsfrage: Kann eine Datenschutzbehörde die Löschung von Daten in Gerichtsakten anordnen, wenn eine Person deren Richtigkeit bestreitet?
  • Die Antwort: Nein. Das Gericht entschied, dass die Datenschutzbehörde hierfür nicht zuständig ist und Justizdaten nicht einfach gelöscht werden können. Gerichtsakten sind zudem keine „Dateisysteme“ im datenschutzrechtlichen Sinne, deren Inhalte löschbar wären.
  • Die Bedeutung: Gerichte und Staatsanwaltschaften sind für ihre Akten selbst verantwortlich und unterliegen speziellen Regeln. Eine allgemeine Datenschutzbehörde hat keine Befugnis, ihnen Weisungen zur Aktenführung zu erteilen.

Die Fakten im Blick

  • Gericht: Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen
  • Datum: 27.08.2025
  • Aktenzeichen: 16 E 885/23
  • Verfahren: Beschwerdeverfahren
  • Rechtsbereiche: Datenschutzrecht, Strafprozessrecht, Prozesskostenhilferecht

Beteiligte Parteien:

  • Kläger: Eine Person, die die Löschung von persönlichen Daten und als unwahr bezeichneten Behauptungen aus Akten der Staatsanwaltschaft und der Strafgerichte erreichen wollte. Sie beantragte hierfür Prozesskostenhilfe, um die Landesdatenschutzbehörde zur Mithilfe bei der Löschung zu verpflichten.
  • Beklagte: Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationssicherheit Nordrhein-Westfalen. Sie wurde von der Klägerin verklagt, um auf die Löschung von Daten in Strafakten hinzuwirken.

Worum ging es genau?

  • Sachverhalt: Die Klägerin wollte, dass ihre persönlichen Daten und „objektiv unwahren Behauptungen“ aus Strafakten gelöscht werden. Sie beantragte Prozesskostenhilfe, um die Landesdatenschutzbehörde zur Mithilfe bei der Löschung zu verpflichten.

Welche Rechtsfrage war entscheidend?

  • Kernfrage: Hatte die Klage der Frau, die die Landesdatenschutzbehörde zur Löschung ihrer Daten aus Strafakten verpflichten wollte, genügend Aussicht auf Erfolg, um Prozesskostenhilfe zu erhalten?

Entscheidung des Gerichts:

  • Urteil im Ergebnis: Die Beschwerde gegen die Versagung von Prozesskostenhilfe wurde zurückgewiesen.
  • Zentrale Begründung: Das Gericht sah keine ausreichenden Erfolgsaussichten für die Klage, da die Landesdatenschutzbehörde für die beantragten Löschungen von Daten in Strafakten nicht zuständig ist und die rechtlichen Voraussetzungen für die Löschung nicht vorlagen.
  • Konsequenzen für die Parteien: Die Klägerin muss die Kosten des Beschwerdeverfahrens tragen und kann gegen diese Entscheidung nicht mehr vorgehen.

Der Fall vor Gericht


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