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Beschleunigungsstreifen-Manöver: Wann kostet der Autobahn-Unfall den Führerschein?

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Ein 73-jähriger Autofahrer fuhr auf die Autobahn auf und startete sofort ein gewagtes Beschleunigungsstreifen-Manöver: Ohne den rückwärtigen Verkehr zu prüfen, wechselte er direkt vom Einfädelungsstreifen auf die linke Überholspur. Dabei kollidierte sein Wagen mit einem 150 km/h schnellen Audi, der daraufhin gegen die Mittelleitplanke schleuderte und rund 7.000 Euro Schaden erlitt. Für die Justiz war dieses Vorgehen mehr als nur ein verhängnisvoller Fehler. Zum vorliegenden Urteil Az.: 64/20 17 Ns 510 Js 17581/20 | | Kontakt

Das Urteil in 30 Sekunden

  • Das Problem: Ein Autofahrer fuhr auf die Autobahn auf und wechselte sofort über zwei Spuren auf die Überholspur. Dabei stieß er mit einem anderen Auto zusammen, weil er den Verkehr nicht beachtete.
  • Die Frage: Durfte der Fahrer unter diesen Umständen sofort auf die Überholspur wechseln und war sein Verhalten rücksichtslos?
  • Die Antwort: Nein. Das Gericht sah sein Verhalten als grob falsch und rücksichtslos an. Er hatte den Verkehr nicht ausreichend beachtet und handelte aus Gleichgültigkeit.
  • Das bedeutet das für Sie: Beim Auffahren auf die Autobahn müssen Sie besonders vorsichtig sein, bevor Sie Spuren wechseln. Wer schnell und ohne ausreichende Kontrolle die Spur wechselt, riskiert hohe Strafen und den Führerschein.

Die Fakten im Blick

  • Gericht: Landgericht Freiburg
  • Datum: 11.11.2020
  • Aktenzeichen: 64/20 17 Ns 510 Js 17581/20
  • Verfahren: Berufungsverfahren
  • Rechtsbereiche: Strafrecht, Verkehrsrecht

Beteiligte Parteien:

  • Kläger: Die Staatsanwaltschaft, die im Strafverfahren die Anklage vertritt. Sie warf dem Angeklagten vor, vorsätzlich eine Gefährdung des Straßenverkehrs herbeigeführt zu haben.
  • Beklagte: Ein 73-jähriger Autofahrer, der an einem Verkehrsunfall auf der Autobahn beteiligt war. Er beantragte in der Berufung einen Freispruch oder eine Verurteilung lediglich wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Worum ging es genau?

  • Sachverhalt: Ein Autofahrer fuhr auf die Autobahn auf und wechselte sofort über zwei Spuren auf die Überholspur, ohne ausreichend auf den Verkehr zu achten. Dadurch kam es zur Kollision mit einem auf der linken Spur fahrenden Fahrzeug.

Welche Rechtsfrage war entscheidend?

  • Kernfrage: War es grob fahrlässig und rücksichtslos, wie der Autofahrer auf der Autobahn die Spur gewechselt hat, sodass er einen Unfall verursachte, und darf er deshalb kein Auto mehr fahren?

Entscheidung des Gerichts:

  • Urteil im Ergebnis: Die Berufung des Angeklagten führte zu einer Abänderung des Urteils; er wurde wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt.
  • Zentrale Begründung: Das Gericht sah ein grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Verhalten, da der Angeklagte beim sofortigen Spurwechsel auf der Autobahn nicht ausreichend auf den Verkehr achtete und seine eigenen Interessen über die Sicherheit stellte.
  • Konsequenzen für die Parteien: Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe, verlor seinen Führerschein für mindestens drei Monate und muss einen Großteil der Prozesskosten tragen.

Der Fall vor Gericht


Was geschah an diesem Frühlingstag auf der Autobahn?

Es war ein typischer Nachmittag im Frühsommer, als ein 73-jähriger Autofahrer mit seinem leistungsstarken Mercedes Benz auf eine Bundesautobahn in Süddeutschland auffuhr. Kaum hatte sein Wagen den Beschleunigungsstreifen erreicht, setzte der Mann zu einem überraschenden Manöver an….


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