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Heimvertragsanpassung durch einseitige Erklärung des Heimbetreibers?

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Darf ein Pflegeheim die Preise einfach erhöhen, wenn sich der Pflegegrad ändert? Ein Bewohner wehrte sich gegen die gestiegenen Kosten – und bekam vor Gericht überraschend Rückendeckung. Nun stellt sich die Frage: Was bedeutet das Urteil für tausende andere Pflegebedürftige? Zum vorliegenden Urteil Az.: 12 U 149/22 | | Kontakt

Das Wichtigste in Kürze

  • Gericht: Oberlandesgericht Sachsen-Anhalt
  • Datum: 13.03.2023
  • Aktenzeichen: 12 U 149/22
  • Verfahrensart: Berufung
  • Rechtsbereiche: Zivilprozessrecht, Heimvertrag
  • Beteiligte Parteien:
  • Klägerin: Forderte weitere Zahlungen aus einem Heimvertrag.
  • Beklagte: Legte Berufung gegen das Urteil des Landgerichts ein.
  • Beklagter zu 2): War säumig.
  • Um was ging es?
  • Sachverhalt: Die Klägerin forderte weitere Zahlungen aus einem Heimvertrag. Das Landgericht Halle hatte der Klage stattgegeben, woraufhin die Beklagte Berufung einlegte.
  • Kern des Rechtsstreits: Besteht ein Anspruch der Klägerin auf weitere Zahlungen aus dem Heimvertrag?
  • Was wurde entschieden?
  • Entscheidung: Das Oberlandesgericht änderte das Urteil des Landgerichts ab und wies die Klage insgesamt ab, auch gegen die Beklagte.
  • Folgen: Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten, die durch die Säumnis des Beklagten entstanden sind; diese trägt der säumige Beklagte.

Der Fall vor Gericht


Heimvertrag und Pflegegrad: Gericht kippt einseitige Preiserhöhung im Pflegeheim

Das Oberlandesgericht Sachsen-Anhalt hat in einem aktuellen Urteil (Az.: 12 U 149/22) eine wichtige Entscheidung zum Thema Heimverträge und Preisanpassungen getroffen. Im Kern ging es um die Frage, ob ein Pflegeheimbetreiber die monatlichen Kosten für einen Bewohner einseitig erhöhen darf, wenn sich der Pflegegrad des Bewohners erhöht. Das Gericht hat dies verneint und damit die Rechte von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen gestärkt.

Der Fall vor Gericht: Erhöhung des Pflegegrades führt zu Streit über Heimkosten

Dem Urteil lag ein Fall zugrunde, in dem ein Bewohner eines Pflegeheims aufgrund seines sich verschlechternden Gesundheitszustands in einen höheren Pflegegrad eingestuft wurde. Daraufhin forderte das Pflegeheim von den Angehörigen des Bewohners einen höheren Eigenanteil an den Heimkosten. Die Begründung des Heims war, dass der erhöhte Pflegegrad einen höheren Aufwand für die Pflegeleistungen bedeute.

Ausgangslage: Heimvertrag und vereinbarte Leistungen

Der Bewohner und das Pflegeheim hatten zuvor einen Heimvertrag abgeschlossen, in dem die monatlichen Kosten und die zu erbringenden Leistungen detailliert festgelegt waren. Zusätzlich gab es eine Änderungsvereinbarung, die weitere Details regelte. Als der Bewohner in einen höheren Pflegegrad eingestuft wurde, argumentierte das Pflegeheim, dass sich der Heimvertrag automatisch an den neuen Pflegegrad anpasse und somit ein höherer Eigenanteil fällig sei.

Rechtsstreit vor dem Landgericht Halle: Erste Instanz gab Heimbetreiber Recht

Die Angehörigen des Bewohners sahen dies anders und klagten gegen das Pflegeheim. In erster Instanz vor dem Landgericht Halle bekam jedoch zunächst der Heimbetreiber Recht. Das Landgericht argumentierte, dass die Klage unbegründet sei und der Heimbetreiber berechtigt gewesen sei, den Eigenanteil zu erhöhen….


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