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Kettenauffahrunfall auf Autobahn – Anscheinsbeweis gegen Auffahrende

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Das Amtsgericht Erfurt entschied in einem Fall eines Kettenauffahrunfalls zugunsten der Klägerin und verurteilte die Beklagten als Gesamtschuldner zur Zahlung von Schadensersatz und Rechtsverfolgungskosten. Trotz widersprüchlicher Zeugenaussagen und eines nicht eindeutigen Sachverständigengutachtens kam das Gericht zu dem Schluss, dass die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer gegen ihre Sorgfaltspflicht verstoßen hatten und somit für den entstandenen Schaden haftbar sind. Die Klägerin konnte den wirtschaftlichen Totalschaden, Sachverständigengebühren, Übernachtungskosten und eine Kostenpauschale erfolgreich geltend machen.

Weiter zum vorliegenden Urteil Az.: 5 C 1742/19 ➔

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✔ Kurz und knapp

Der Anscheinsbeweis spricht bei Kettenauffahrunfällen gegen die auffahrenden Verkehrsteilnehmer, da sie gegen die Sorgfaltspflicht aus § 4 StVO verstoßen haben.
Weder die Beklagten 1/2 noch 3/4 konnten den Anscheinsbeweis entkräften, dass ein atypischer Geschehensablauf vorlag.
Die Aussagen der Zeugen und Parteien zum Bremsvorgang und Anstoß sind widersprüchlich.
Das Sachverständigengutachten konnte den Hergang nicht zweifelsfrei klären.
Somit ist von einer vollständigen Verursachung durch die auffahrenden Beklagten auszugehen.
Der Schaden wurde durch beide Auffahrunfälle verursacht, ein Ausschluss der Schadenserweiterung durch den zweiten Aufprall ist nicht feststellbar.
Die Haftung der Beklagten ergibt sich aus §§ 7, 18 StVG, 249 ff., 421 ff., 840 BGB, 115 VVG.
Die gesamtschuldnerische Haftung der Beklagten für Schadensersatz und Zinsen ist somit begründet.


Autobahnunfall: Kettenauffahrt führt zu Millionen-Streit vor Gericht
Unfälle im Straßenverkehr sind leider Alltag. Besonders brisant sind sogenannte Kettenauffahrunfälle, bei denen ein Fahrzeug auf ein anderes auffährt, das wiederum auf ein davor befindliches Fahrzeug geschoben wird. In solchen Fällen stellt das Gesetz einen Anscheinsbeweis auf, wonach die nachfolgenden Fahrzeugführer gegen ihre Sorgfaltspflicht verstoßen und den Unfall verschuldet haben.

Dieser Anscheinsbeweis kann jedoch widerlegt werden, etwa wenn der Vorausfahrende plötzlich und ohne triftigen Grund eine Vollbremsung eingeleitet hat. Die Beweislast liegt dann bei den Auffahrenden, die den ungewöhnlichen Ge[…]


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