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Krankenhaushaftung bei Zurücklassen eines Bauchtuchs nach Operation im Bauchraum

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Medizinische Verantwortung: Krankenhaus-Haftungsfrage nach verbliebenem Bauchtuch im Patienten nach Chirurgie
In diesem faszinierenden und komplexen Fall behandelt das OLG Dresden die Frage, ob ein Krankenhaus für das Zurücklassen eines Bauchtuchs im Körper eines Patienten nach einer Bauchoperation haftbar gemacht werden kann. Dabei wird der rechtliche Knackpunkt vor allem durch die Diskussion um die sogenannte „Amtsermittlungspflicht“ im Arzthaftungsprozess und die „Darlegungs- und Substantiierungslast“ des Patienten geprägt. Letztlich liegt das Hauptproblem in der Frage, wer die Verantwortung für das im Körper verbliebene Bauchtuch trägt und ob das Krankenhaus seinen Sorgfaltspflichten ausreichend nachgekommen ist.

Weiter zum vorliegenden Urteil Az.: 4 U 352/20 >>>

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Der Anscheinsbeweis und die Amtsermittlung
Der Patient behauptet, dass das Krankenhaus durch das Zurücklassen des Bauchtuchs seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Dies, so argumentiert der Patient, ließe sich durch den sogenannten Anscheinsbeweis belegen: Da das Bauchtuch in seinem Körper gefunden wurde, müsse es bei der Operation vom 29.9.2017 dort vergessen worden sein. Darüber hinaus prangert der Patient an, dass die Ausführungen des Landgerichts nicht mit den in Arzthaftungsprozessen geltenden Grundsätzen der verstärkten Amtsermittlung und umfassenden Aufklärung des medizinischen Sachverhalts vereinbar seien.
Kontroll- und Selbstvergewisserungsfunktion des Krankenhauses
Ein weiterer Punkt, den der Patient kritisiert, ist die unzureichende Dokumentation durch das Krankenhauspersonal. So war die Bestätigung, dass alle chirurgischen Instrumente und Materialien nach der Operation gezählt wurden, lediglich eine pauschale Bestätigung ohne genaue Aufzählung der verwendeten und zurückgelegten Gegenstände. Dies, so argumentiert der Patient, untergrabe die Kontroll- und Selbstvergewisserungsfunktion des Krankenhauses, da eine solche Dokumentation nur dann ihrer Funktion gerecht werden kann, wenn sie die zu zählenden Gegenstände vor und nach der Operation ausführlich aufführt.
Notwendigkeit einer umfangreichen Beweisaufnahme
In diesem Fall steht die Notwendigkeit einer umfangreichen Beweisaufnahme im Vordergrund. Der Behandlungsfehlervorwurf des Patienten sollte durch Sachverständigengutachten zu verschiedenen medizinischen Sachgebieten und gegebenenfalls auch durch Befragungen der vom Krankenhaus benannten Zeugen untersucht werden. Sollte sich der Behandl[…]


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