Skip to content
Menu

Datenbank Urteile & Beiträge
Rechtsanwälte Kotz GbR

Haftungsverteilung bei Kettenauffahrunfall

Ganzen Artikel lesen auf: RA-Kotz.de

Verantwortung bei Auffahrunfällen: Klärung durch OLG Hamm
Im dichten Straßenverkehr können sich unerwartete Ereignisse häufig nicht verhindern lassen. Hier haben wir den Fall eines Autounfalls, der sich in der Stadt auf der „H-Ring“ Straße ereignete. Der Hauptakteur, der Beklagte, wollte links abbiegen und hatte dazu auch den Blinker gesetzt. Die Klägerin hingegen behauptet, dass der Beklagte ohne triftigen Grund abrupt gebremst hätte, was schließlich zu einem Auffahrunfall führte. Hier wurde also die typische Frage aufgeworfen: Wer trägt die Schuld in einem solchen Unfallszenario?

Direkt zum Urteil Az.: I-7 U 24/19 springen.

[toc]
Beobachtung des Verkehrs und die Rolle von Zeugenaussagen
Es wurde ermittelt, dass der Beklagte tatsächlich den linken Blinker gesetzt hatte, wie der Zeuge L glaubwürdig bestätigte. Der Zeuge L gab weiter an, dass der Beklagte vor dem Abbiegevorgang stark abgebremst habe. Dies stand jedoch im Gegensatz zur Aussage des Zeugen C. Es wurde angeführt, dass die Klägerin auf das Fahrverhalten des Beklagten hätte reagieren können, sie hatte jedoch das Manöver nicht selbst beobachtet.
Das Fahrverhalten und die Einhaltung der Sorgfaltspflicht
Das Urteil verweist auf die Verpflichtung des Fahrers, seine Fahrweise so zu gestalten, dass er bei einem Hindernis auf der Straße rechtzeitig anhalten kann. Der Beklagte setzte rechtzeitig den linken Fahrtrichtungsanzeiger und ordnete sich nicht widerlegbar links ein. Es wurde argumentiert, dass diese Maßnahmen den nachfolgenden Verkehr auf das bevorstehende Abbiegemanöver hinweisen sollten.
Der Aspekt des typischen Geschehensablaufs
Bei einem Auffahrunfall spricht der erste Anschein dafür, dass der Auffahrende den Unfall schuldhaft verursacht hat, entweder durch Nichteinhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstands, Unaufmerksamkeit oder nicht an die Straßen- und Sichtverhältnisse angepasste Geschwindigkeit. In diesem Fall wurde jedoch ein atypischer Verlauf festgestellt, der das Verschuldungsfrage in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Es ist klar, dass sich jeder Fahrer an die Bedingungen der Straße anpassen und vorausschauend fahren muss. Allerdings hat sich im vorliegenden Fall eine daraus resultierende besondere Betriebsgefahr nicht realisiert, da der Beklagte durch sein Verhalten die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass der nachfolgende Verkehr auf das beabsichtigte Abbiegemanöver reagieren konnte. […]


Können wir Ihnen helfen? Kontaktieren Sie uns!

Stellen Sie hier Ihre Anfrage oder rufen Sie uns an: 02732 791079

ANFRAGE FORMULAR (V1)

Art der Anfrage

Bitte wählen Sie zunächst die Art Ihrer Anfrage, damit wir Ihnen so schnell und kompetent wie möglich weiterhelfen können.
(*) Bitte beachten, dass eine Beratung und eine qualifizierte Rechtsauskunft leider nur kostenpflichtig erfolgen kann. Wir informieren Sie vorab über anfallende Kosten, selbstverständlich können Sie das Angebot vor einer Beratung kostenfrei zurückweisen.
Wird gesendet

Ebenfalls interessante Urteile und Beiträge

Rechtsgebiete

Monatsarchiv