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Rechtsanwälte Kotz GbR

Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte – Werfen eines Glases

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Konflikt im Fokus: Eine fliegende Glasattacke ohne Opfer
Inmitten fröhlich feiernder Fußballfans, nahe des Lokals „C.-C.“ an der Sielwallkreuzung, spielte sich ein Vorfall ab, der zu einem strafrechtlichen Verfahren führte. Ein betrunkener Fan, im weiteren Verlauf als Angeklagter bezeichnet, warf aus der Menge heraus ein leeres Longdrinkglas in hohem Bogen. Sein Ziel: ein freier Bereich zwischen der Menge und den dort postierten Polizeibeamten. Es war kein Angriff auf Personen, sondern vielmehr eine Aktion aus Übermut oder Ärger gegen die Polizei, die er als „Spielverderber“ sah. Der Mann wurde schließlich festgenommen und wegen seines betrunkenen Zustandes seiner Freundin übergeben.

Direkt zum Urteil Az.: 87 Ds 220 Js 64848/20 (18/21) springen.

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Ein Wurf mit Konsequenzen
Aus den Schilderungen ergibt sich eine Reihe von juristischen Fragestellungen. Der Anklage zufolge hätte der geworfene Glaswurf den Tatbestand der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte erfüllen können. Die polizeiliche Videoaufzeichnung des Vorfalls wurde während des Prozesses in Augenschein genommen und zeigte das Wurfgeschehen sowie das Aufschlagen und Zerbrechen des Glases auf der Straße.
Interpretation des Beweismaterials
Die Videoaufnahmen zeigten den Angeklagten inmitten der feiernden Fans und warfen Licht auf seine Taten. Die Aufnahmen konnten belegen, dass der Mann aufgrund seiner Körpergröße klar erkennen konnte, wohin er das Glas warf. Es erschien glaubwürdig, dass es seine Absicht war, „Dampf abzulassen“, aber nicht, Menschen zu treffen oder zu verletzen. Eine objektive Gefahr durch den Glaswurf bestand daher nicht.
Tatbestand und strafrechtliche Bewertung
Trotz der Annahme eines entsprechenden Vorsatzes des Angeklagten wäre lediglich ein bloßes Wahndelikt zu unterstellen. Die sehr weite Fassung des § 114 StGB, der tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte behandelt, erfordert nach Gerichtsauffassung eine restriktive Auslegung. Ebenso wurde die Frage der Gefahr durch die auf der Straße liegenden Glasscherben berücksichtigt.
Persönliche Umstände und Verhalten des Angeklagten
Bei der Tat war der Angeklagte stark betrunken. Zudem war er nur wenige Monate vor dem Vorfall wegen einer anderen Straftat verurteilt worden, die er ebenfalls im Zusammenhang mit einem Fußballspiel begangen hatte. Der Angeklagte äußerte Reue und beteuerte, sein Verhalten im Nachhinein bereue und[…]


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