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Rechtsanwälte Kotz GbR

Hörschaden infolge Popkonzert kann Schadensersatzansprüche begründen!

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OLG Koblenz
Az.: 5 U 1324/00
Urteil vom 13.09.2001
Vorinstanz: LG Trier – Az.: 11 O 140/99

Leitsatz (vom Verfasser – nicht amtlich!): Schmerzensgeld und Schadenersatz muss ein Konzertveranstalter an die Besucherin eines „Boy Group“-Konzertes bezahlen.

Sachverhalt: Die Klägerin besuchte 1997 ein Konzert der Boy Group „N’Sync“ in Trier. Sie hielt sich dabei vorne an der Bühne in nächster Nähe zu einem der seitlich aufgestellten Lautsprecher auf. Sie war dadurch nach Überzeugung der Richter über 90 Minuten hinweg einem Lärmpegel von 104 dB(A) ausgesetzt. Auch ein durchschnittlicher Pegel von 90 dB(A) über die gesamte Konzertdauer hätte bereits gesundheitsgefährdende Auswirkungen gehabt. Ein nach dem Konzert aufgesuchter Ohrenarzt habe “hochgradige, lärmtraumatische Innenohrschädigungen mit Tinnitus beidseits” und eine “Schwindelsymptomatik” festgestellt. Zudem leide die Klägerin nach wie vor unter einem Hörschaden und beidseitigem Ohrenrauschen.
Entscheidungsgründe: In Anbetracht der gravierenden Gesundheitsschädigungen sahen es die Richter als erwiesen an, dass die Klägerin bei dem fraglichen Konzert einem gesundheitsgefährdenden Lärmpegel ausgesetzt gewesen sei und stellten eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht des Konzertveranstalters fest. Ein Mitverschulden der Klägerin sahen die Richter nicht. Konzertbesucher müssten sich darauf verlassen können, dass die Lautstärke bei einem Konzert nicht gesundheitsgefährdend sei. Dass sich die Klägerin einen Platz in der Nähe der Lautsprecherboxen gesucht habe, ändere daran nichts.

Sie sprachen der jungen Frau 9.000 DM Schmerzensgeld sowie Schadenersatz der ihr entstandenen Kosten zu, unter anderem für stationäre Behandlung infolge des Ohrenschadens.

Der 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Koblenz hat auf die mündliche Verhandlung vom 30. August 2001 für R e c h t erkannt
Die Berufungen der Beklagten gegen das Urteil der 11. Zivilkammer des Landgerichts Trier vom 15. August 2000 werden zurückgewiesen.
Auf die Anschlussberufung der Klägerin werden die Beklagten als Gesamtschuldner zur Zahlung weiterer 750 DM verurteilt. Im Übrigen wird die Anschlussberufung zurückgewiesen.
Die erstinstanzlichen Kosten falle[…]


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